Hydraulik-Rücklauffilter 411/421 Neukonstruktion

Hallo,


muß ich auch bei diesem Angebot:

https://www.unimogspecialist.nl/du/hydraulikfilter-421-190/

davon ausgehen, daß der Filter aus oben genannten Gründen nicht funktionieren wird?


Herzliche Grüsse

Rolf
 
Hallo Jonas,

ja, die neueren Unimog sind prinzipiell schon nach dem Stand der Technik ausgestattet. Das will ich mit dieser Aktion beispielhaft für 411 und 421 nachholen. Ich erfinde damit nichts Neues, sondern "presse" es nur in die kleinen Ölbehälter bzw. deren kleine obere Öffnung.

Trotzdem danke für Deinen Hinweis.
 
Hallo Rolf,

ja, wenn man sich die Fotos in Deinem Link genau ansieht, erkennt man außen wie innen ein Lochblech und man kann nicht durch den Zylinder durchgucken. Also wird es sich um die ungeeignete Ausführung handeln.
 
Hallo Christoph,


es ist wirklich sehr schön, daß Du Dich dieser Sache annimmst.

Ich schiebe sie auch schon seit Jahren vor mir her - mit einer defekten Pumpe wäre ich aber dann garantiert bei Dir aufgeschlagen.

Die Pumpe für die Lenkhilfe läuft bei meinem Unimog auch über diesen Filter.

Ich hätte gern auch einen Umrüstsatz.


Herzliche Grüsse

Rolf
 
Hallo Rolf,

Deine Bedarfsmeldung nehme ich zur Kenntnis. Aber heute kann ich natürlich noch nichts versprechen. Und der Erste gehört MIR :wink:
 
Liebe Unimog-Freunde,

es hat auf Anhieb geklappt. Der Prototyp ist eingebaut und getestet.

https://youtu.be/_lBSPE6mDvY

Da mein OPTIMOG keine von der Kurbelwelle angetriebene Krafthydraulik und dafür auch einen separaten Tank hat, laufen hier nur 14 l/min der Lenkhilfe durch den Rücklauffilter. Das dünnflüssige HLP 32 sowie die 5°C über Null und die grobe Filterfeinheit von 20 µ sorgen dafür, dass kein Staudruck angezeigt wird.
 

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Liebe Unimog-Freunde,

hier kommen die neuesten Erkenntnisse:

https://youtu.be/gHpODl5q6Eg


Es sind ungeeignete Hydraulik-Rücklauffilter für Unimog 411 und 421 im Einsatz und noch im Handel, hier mit "Fehlkonstruktion" bezeichnet.

Bei zähflüssigem Öl (z. B. HLP46 und tiefen Temperaturen) ist der Staudruck bei dieser "Fehlkonstruktion" bereits ohne Schmutzlast mit knapp 2 bar viel zu hoch.

Kommt dann noch eine Schmutzlast hinzu, platzt der Filter, indem der untere Topf des Filters abgesprengt wird.

Ein tauglicher Filter im neuen bzw. sauberen Zustand hingegen hat kaum einen Staudruck. Die Schmutzlast kann dann durch Anstieg der Staudrucks erkannt und der Filter vorbeugend gewartet werden.
 

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Liebe Unimog-Freunde,

die Untersuchungen gehen weiter.

Außer dem abgesprengten Topf unten am Filter hat sich nun noch ein weiteres Schadensbild gezeigt. Nämlich kann das zwischen den beiden konzentrischen Lochblechzylindern liegende Filtergewebe bei zu hohem Staudruck reißen. Wie hoch der genau ist um einen Schaden zu verursachen, kann man natürlich im Nachhinein nicht sagen. Da der Topf aber schon leicht ausgebeult ist, liegt er wohl etwas geringer als der zum Absprengen des Topfes. Jedenfalls gibt es Löcher im Gewebe entsprechend der Bohrungen im äußeren Lochblechzylinder. Das sieht im Durchlicht aus wie ein Sternenhimmel. Und da strömt das schmutzige Öl dann ungehindert durch, was den Staudruck wieder absinken lässt.

Der Filter auf den Fotos hat mit HLP46 bei 0°C und 20 l/min einen Staudruck von etwa 2 bar. Der extrem hohe Staudruck wirkt sich z. B. auch auf die Senkgeschwindigkeit der Kipperpritsche aus. Es dauert bei leerer Pritsche eine "Ewigkeit" bis die größte Stufe des Teleskopzylinders eingefahren ist.

Eine Original-Verpackung der "Fehlkonstruktion" habe ich neulich auch noch gefunden.
 

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... Ob der Topf abgesprengt wird oder ob es Löcher im Gewebe gibt, scheint von der Art der Verschmutzung abzuhängen. Es sieht so aus als ob feiner Abrieb (Metall und Gummi) dazu führt, dass der Topf ab geht, wohingegen Sand und Späne eher für Löcher sorgt.

Dieses herausgetrennte gleichmäßig verschmutzte Gewebe hat jedenfalls kein einziges Loch. Aber der Topf lag lose unten im Ölbehälter.
 

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Hallo Christoph,
ist auf der Originalverpackung oder dem Filtergehäuse zu erkennen wer der Hersteller/Zulieferer des Filters war? Bis etwa Ende der 80er Jahre durften die OEM-Zulieferer zusätzlich zum "Markenhersteller" ihr Herstellerkennzeichen auf den Verpackungen und den Teilen auftragen. Wäre interessant zu hören wer der Hersteller war. Die Fahrzeughersteller waren zwar in die Konstruktion involviert, haben aber diese Teile selten selbst produziert.
Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Roland,

Hinweise auf Hersteller habe ich bisher nicht gefunden.

Beim originalen Filter sind oft Prägungen auf der Unterseite des Topfes. Und zwar ein Kreis mit Woche und Jahr (zweistellig) übereinander und rechts daneben ein F. (älteste gefundene 12 61)
Auf manchen Nachfertigungen (doppelter Lochblechzylinder) findet sich dort nur eine Datumsprägung WW JJ. (jüngste gefundene 17 01)
 
... Denn ich hatte schon mehrfach den kompletten Filter mit Benzin, Bremsenreiniger und Druckluft gereinigt. Doch beim Zerlegen des doppelten Lochblechzylinders rieselte es nochmal kräftig. Und die Aktionen haben das Gewebe offensichtlich nicht besonders beeindruckt.
 

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... Nach gründlicher Reinigung mit einer Bürste an einer Stelle sieht das Gewebe unter dem Mikroskop im Durchlicht immer noch verschmutzt und vor allem sehr dicht gewebt aus. Die Filterfeinheit dürfte extrem hoch sein. Man sieht nur an manchen Stellen das Licht durchscheinen.

Zum Vergleich noch das Gewebe mit 40 µm Filterfeinheit. Da kann man wie durch ein leicht milchiges Glas durchschauen.
 

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Hallo,

Das ist ein Interessantes Thema. Ich habe gerade meinen Tank am 421 aufgeschraubt, um ein Loch darin flicken zu können. Zu meiner Verwunderung war unter dem oberen Deckel am Tank kein Filter.
Das macht mir schon Angst die Pumpe anzugucken.
Loch im Tank, niedrigerer Ölstand, kein Filter, das klingt nach einem Alptraum.

Ich denke, da werde ich mir wohl Mal überlegen müssen, ob ich in meinem 421 nicht einen externen Filter verbaue. Da geht es ja noch mit dem Platz.


Mit freundlichen Grüßen
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

wenn jetzt jeder seinen Ölbehälter aufmachen würde, wo kämen wir denn dahin! :wink:

Doch das wäre sicher interessant, technisch, statistisch und sowieso.

Mein persönlicher Tipp: ohne Mängel wären maximal 20% (vorschriftsmäßiges Ölwechsel-Intervall unberücksichtig)
 
Liebe Unimog-Freunde,

zusammenfassende Beurteilung der "Fehlkonstruktion"

Nach aktuellen Maßstäben positiv zu sehen ist alleine die hohe Filterfeinheit (<40 µm), deren Wert jedoch unbekannt ist.

Durch das sehr feine zwischen den beiden Lochblechzylindern eingespannte Gewebe ergeben sich jedoch folgende Nachteile.
- Der effektive offene Querschnitt für die Durchströmung ist stark reduziert, was einen relativ hohen Staudruck bewirkt.
- Die Filterkapazität ist gering.
- Der Staudruck kann mit zähflüssigem Öl selbst bei geringer Schmutzlast schon extrem stark ansteigen.
- Es gibt kein Bypassventil, so dass das Filtergewebe punktuell reißen oder der Topf unten abgesprengt werden kann und die gesamte herausgefilterte Schmutzlast wieder in den Kreislauf gelangen kann.
- Es gibt keine Verschmutzungsanzeige (Staudruck-Manometer).
- Es ist kaum möglich den Filter wirksam zu reinigen, weil sich die Partikel zwischen dem Gewebe und den Lochblechzylindern überwiegend verkeilen.

Es ist also ratsam wenigstens eine Verschmutzungsanzeige nachzurüsten - egal welcher Filter im Einsatz ist.
Zeit zum Reinigen (wenn möglich) oder Wechsel des Filterelements ist spätestens, wenn Spitzenwerte von 2 bar angezeigt werden. Und diese Nachrüstung ist beim Unimog 411 und 421 ohne großen Aufwand möglich.
 

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Hallo Christoph,

verstehe ich das richtig, die "Fehlkonstruktion" wurde im Mercedes Benz Karton und als Original Ersatzteil geliefert? Dann sollte man die Abteilung Schadensbearbeitung bei Mercedes Benz mal involvieren. Falls meine Vermutung zutrifft, habdelt es sich hier um einen verdeckten Mangel und das wäre der Hersteller / Vertreiber in der Produkthaftung. Deine Untersuchungen zeigen, dass der Filter seinen "bestimmungsgemäßen Gebrauch" nicht erfüllt.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

da ist dem Weltkonzern eine Panne unterlaufen, die lange Zeit unentdeckt blieb.

Nachdem sich der originale Filter mit dem außenliegenden Siebgewebe als in der Praxis zu empfindlich erwiesen hatte, sollte er in der Nachfolgeversion wohl robuster gestaltet werden. Wann dieser Zeitpunkt der Erkenntnis lag, weiß ich noch nicht. Jedenfalls war da der Stand der Filtertechnik schon sehr weit fortgeschritten und eine moderne Ersatzlösung technisch und kostenmäßig nicht wirtschaftlich umzusetzen.

Man kann nun davon ausgehen, dass das Pflichtheft für den Nachfolger etwa so aussah:
- Austauschbarkeit gewährleisten
- Robustheit erhöhen (Gewebe von außen nach innen verlegen)
- Filterfeinheit? (... im Zweifelsfall erhöhen?)

Unverständlich ist mir nur, wie es zu dem inneren Lochblechzylinder gekommen ist. Den halte ich für kontraproduktiv, da er nicht nur den Staudruck erhöht, sondern auch die Reinigung stark behindert.

In wie weit sich da jemand Gedanken gemacht hat zu den technischen Grundlagen (Ölviskosität, Start- und Betriebstemperaturen, Volumenströme, Staudrücke, Bypassventil ...) lässt sich vermutlich nicht mehr nachvollziehen.

Wer will sich nun mit dem Weltkonzern anlegen? Wenn der Filter "Fehlkonstruktion" neu ist, passt ja auch alles. Die Filterkapazität (Aufnahmemenge an Verschmutzung) ist nirgends definiert und dass sich der Filter kaum warten lässt, hat bei Serienfreigabe vielleicht noch niemand geahnt oder es war ihm Wurscht.

Krass formuliert könnte man sagen: In einem Hydrauliksystem mit sehr geringem Abrieb und ohne Schmutzeintrag "funktioniert" er (ist er unauffällig). Aber dann bräuchte man ihn auch gar nicht.
 
Hallo Christoph,

meine Erfahrungen im Automobilbereich zeigen, dass schon vor 35 Jahren auf Extrembedingungen getestet wurde. So lasche Anforderungen "muss im Neuzustand" funktionieren, gab es damals nicht.

Und für ein Unternehmen ist es mindestens ein Immageverlust. Wozu haben wir all die Regelungen zur Produkthaftung, wenn "Größe" dann vor Folgen schützt?

Und in diesem Fall würde sich der Stern sicher an seinen Zuliefer wenden und schadlos halten. Und für einen Filterhersteller wäre dieses Ergebnis ein mitllerer GAU.

Eigentlich müsste man das Teil mal reklamieren. Mal sehen, was passiert. Wenn dir den Filter eine Unimog Vertragswerkstatt aus Altbestand einbaut, auf dem Produkt kein Verfallsdatum ist, bist du ganz schnell in dergesetzlichen Gegenwart angekommen.


Gruß
Markus