Kauberatung 411

Neumogianer72

New member
20. Nov. 2016
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Schönen Guten Abend zusammen,

bin neu hier im Forum, spiele seit längerer Zeit mit dem Gedanken, mir als weiteres Hobby einen Unimog 411 mit langem Radstand und möglichst umfangreicher Ausstattung anzuschaffen.

Bei der Recherche im Netz habe ich nun gelesen, dass die C-Serie ab Bj. 64 einige Vorteile bieten soll (Neue Achsen, 3-punktgelagertes Fahrerhaus und verst. Rahmen mit 120 m Profilhöhe) und wollte hierzu die Meinung von erfahrenen Community-Mitgliedern hören. D.h., sind die genannten Unterschiede wesentliche Vorteile und sollte man möglichst ein "C-Modell" kaufen oder können diese Punkte vernachlässigt werden.

Ausserdem würden mich noch die wesentlichen Vor- und Nachteile vom 411er cabrio mit kurzem und langem Radstand interessieren.

Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe/Infomationen und noch einen schönen Abend.

Gruss

Matthias
 
Hallo Matthias,

darauf ein "kommt drauf an".

entscheident ist, was du damit willst:
nur als Hobby und für "Spass am Schrauben", dann ist es egal, welche Version.
zum damit arbeiten: ist Rahmen, Fahrerhauslagerung etc auch egal. Da ist wichtig, dass die Ausstattung passt. Ich persönlich würd einen Langen nehmen mit Ölhydraulik, ganz einfach, weil der für mich am besten passen würde. Aber ich bin nicht represäntativ, da ich bewusst Westfalia fahre und nicht Cabrio....
 
Hallo Matthias,
ich fahre einen der letzten 411er (Sept 61) mit langem Radstand und dem 100er Rahmen, ohne Hydraulik ,fester Pritsche 4Punkt-Lagerung,dafür Pneumatik (zum Kippen gibt es eine Zweiseitenluftkipppritsche und für Anbaugeräte einen Luftpresser. Macht auch alles was ich will und hat auch seinen Charme. Ach ja und die alte (schnelllaufende) Achse.
Wie Stephan schon sagte, entscheidend ist was Du willst, dann kommt der Spaß von alleine Gruß Stephan
 
Hallo Matthias,
Mein Mog ist ein solcher 411c, ein U32 aus 1966. Dazu kann man sagen, dass es ein sehr gutes Fahrzeug ist, was man auch im Alltag gut gebrauchen kann. Der lange Radstand steigert aus meiner Sicht die Verwindungsfähigkeit und somit die Geländeeigenschaften. An Meinem habe ich zwar zZ keine HKW und auch die Zapfwellen sind leider ausgebaut, aber schon der Kipper allein (mit Hydraulik) dürfte besser sein als einer mit Druckluft. Auch "zieht" er recht gut und ist sehr belastbar. Auch maximal beladen fährt er souverän, was sicher auch am langen Radstand liegt. Dies könnte man zB vergleichen mit einer Szm und einem normalen Fahrgestell, ein längerer Radstand bringt neben mehr Platz auch verbessertem Fahrkomfort. Die Dreipunktlagerung des Fahrerhauses finde ich auch gut, besonders bei großen Verschränkungen dürfte die ein weiterer Vorteil sein.
Also alles in allem ein guter Begleiter, den man universell einsetzen kann - wie der Name schon sagt.
Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.

Gruß,
Ludwig
 
Hallo Ludwig,
entschuldige wenn ich " dir ins Wort falle ".

U 32 411 C gibt es nicht nur u 34 von 411C.

Zudem hat dieser Typ die längste Übersetzung der Achsen, also der langsamste.

Ich bin ja Fan der alten Achse nicht zu Letzt wegen der einfachen unkomplizierten Ersatzteilversorgung. Das wird bei neuer Achse schon etwas komplizierter is aber machbar. Zudem ist das schalten der Differentialsperre bei alter Achse mechanisch und nicht über Luft oder Bremsflüssigkeit.


Langer Radstand hat viele Vorteile, kurzer auch. Je nachdem was man lieber mag sollte man entscheiden. Wenn es jedoch ein "Langstreckenfahrzeug" werden soll würde ich eher zum längeren tendieren. Um mit dem Kurzem den geradeauslauf hin zu bekommen muss wirklich alles stimmen und selbst dann ist es schwierig.

Kurz ist wirklich übersichtlicher und im Wald tatsächlich ein Vorteil, auch der Wendekreis ist ein Vorteil.

Vielleicht ist für dich der 411 a etwas, gebaut von 61-63 alte Achsen, 120 mm Rahmen, 3 Punkt gelagertes Fahrerhaus und Hydraulik.
 
Hallo Hannes

entschuldige wenn ich " dir ins Wort falle ".
UFH schrieb:
Zudem hat dieser Typ die längste Übersetzung der Achsen, also der langsamste.
die längste Übersetzung ist in der Techniksprache die schnellste.
 
Hallo Helmut,
hast du vollkommen recht, längste übersetzung hat 2010 401 und Co kürzeste 411C und is der langsamste.
 
Hallo Hannes, Hallo Helmut,
Im Schein ist es ein U32, EZ 2.12.66. Da wurden aber keine U32 mehr gebaut, wie man hier sehen kann.
Heißt also, er muss über ein halbes Jahr nur herumgestanden haben, oder?
Aber ich weiß nicht, so langsam ist er garnicht, mein Opa freut sich gar, "wie der zieht". :lol: Eine kurze Übersetzung würde aber mehr Kraft bringen, was ich aber auch bestätigen kann... Nach Baujahr müsste es ein 411.119 sein, oder gab es auch 411.120 mit 32PS?
Oder liege ich ganz falsch?

Gruß,
Ludwig
 
Hallo Ludwig,
U32 hatte eine längere Übersetzung als U34.
411.120 hat das gleiche Fahrgestell wie 411.119, aber 119 hat Cabrio Hütte und 120 Westfalia Kabine. Hat aber genauso 32 oder 34 Pferdestärken.
 
Weinfurtner schrieb:
Eine kurze Übersetzung würde aber mehr Kraft bringen, was ich aber auch bestätigen kann...
Man könnte jetzt anfangen zu rechnen, was das Drehmoment bei der geänderten Übersetzung denn sagt. Grob gesagt dürfte sich die Änderung im nicht mit dem Popometer oder ähnlichen subjektiven Sachen fühlen lassen.

Für den Hobbyeinsatz ist wohl auch die Rahmenhöhe irrelevant, insgesamt dürfte es wohl kaum einen für diese Zwecke "ungeeigneten" U411 geben.
Bei der alten Achse braucht man die Radnabenabzieher im Regelfall für die Überholung, kriegt aber alle Teile. Bei der neuen Achse gab es mehrere verschiedene Abdichtungsversionen, zu denen es nicht in jedem Fall was gibt.
Im Hobbybetrieb muss man ja wenn überhaupt nur einmal ran, das vernünftig machen und gut ist.

Den Unterschied in der Wendigkeit kann ich definitiv bestätigen, die 40cm mehr Radstand machen doch eine ganze Menge aus, was das Rangieren auf engen Grundstücken oder im Wald angeht.

mfG
Fabian
 
Guten Abend zusammen.

Wollte mich mal für die mittlerweile rel. ausführliche Resonanz auf meine Frage bedanken.

Habe in der Zwischenzeit das "Unimog 411" Buch gekauft und bin optisch sehr von dem 411.119 auf der Titelseite und auch von dem 411er der Bozener Feuerwehr begeistert, auch wenn Letzterer nicht ganz original ist, was normalerweise ein KO-Kriterium wäre.

Nach euren Hinweisen zu Vor- und Nachteilen bzgl. von langem und kurzem Radstand und den Vor- und Nachteilen der alten und neuen Achse (Geschwindigkeit, Ersatzteilversorgung etc.) bin ich allerdings wieder etwas unentschlossener.

Wird wohl das Beste sein, wenn ich in nächster Zeit einige infrage kommende Angebote (Kipper, Kraftheber, Zapfwelle v+h, guter Gesamtzustand) vor Ort anschaue. Vielleicht ist ja einer dabei, wo ich sage: der ist es.

Vielen Dank mal soweit und noch einen schönen Abend.

Gruss
Neumogianer72
 
Wird wohl das Beste sein, wenn ich in nächster Zeit einige infrage kommende Angebote (Kipper, Kraftheber, Zapfwelle v+h, guter Gesamtzustand) vor Ort anschaue. Vielleicht ist ja einer dabei, wo ich sage: der ist es.

Gutes Vorgehen. Und wenn du fragst, findet sich bestimmt auch jemand mit Fachkenntnis hier, der dich begleiten mag.

Gruß Stephan
 
Hallo zusammen,

ich hoffe, Ihr hattet schöne Weihnachtstage und bereitet Euch jetzt auf den Jahreswechsel vor.

ich habe in den letzten Tagen Ausschau nach einem potenziellen Kandidaten gehalten und diesen hier gefunden, den ich in den nächsten Tagen evtl. mal vor Ort anschauen möchte. Er hat zwar keine Heckkraftheber und Kipper, gefällt mir aber vom allgemeinen Zustand ganz gut:

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/unimog-411-daimler-benz-cabriolet-/574049906-276-8793

Was meint Ihr dazu:

- allgemeiner Zustand
- Gibt es durch die Seilwinde evtl. Probleme am Rahmen durch die Belastung
- Das Verdeck und die Sitzflächen sind wohl hin, oder?
- Ist ein relativ spätes Exemplar, hat das irgendwelche Nachteile, z. B. durch verschweissten Front- und Schlussträger
- Die linke Bordwand ist ziemlich dreckig, könnte das Dieselruss sein?
- Preis

Ihr würdet mir helfen, wen Ihr z.B. zu den 5 Punkten Eure Meinung schreiben würdet.

Ich danke Euch im voraus.

Gruss

Matthias
 
Hallo Matthias,

Kaufberatung und Ferndiagnose sind immer so eine Sache. Fotos und Beschreibungen des Verkäufers können - auch ohne Absicht dahinter - stark täuschen. Wie schon oft hier geraten ist es jedenfalls das Beste zur Besichtigung und Probefahrt einen Kenner mitzunehmen, wenn man der nicht selber ist.

Positiv an dem Fahrzeug sind jedenfalls die ZF-Lenkung und der 3-Wege-Thermostat für die Kühlflüssigkeit. Viele Dinge wie z. B. die Elektrik scheinen auch weitestgehend in Ordnung zu sein. Der BINGER Seilzug ist zwar eine Rarität aber der Gebrauchswert im allgemeinen wegen seiner geringen Leistung und des seitlichen Zuges eher gering.

Einige Teile sind nicht original und das Fahrerhaus ist schon etwas laienhaft geflickt. Was ist mit dem Verdeck und dessen Gestänge?

Wenn Du eine reine Fahrmaschine suchst, ist der 411c lang die "lahmste Ente", wegen der kurzen Getriebeübersetzung (53 km/h bei 2750 U/min) und der hohen Masse. Für's Gelände ist er aber der beste 411 wegen der guten Verwindungsfähigkeit und des langen Radstandes.

Für neue Reifen ist ein guter Tausender fällig. Die Nachrüstung einer Hydraulik alleine für den Kipper kostet auch mindestens zweitausend Euro. Einen sonst überdurchschnittlich guten Zustand vorausgesetzt würde ich höchstens neuntausend Euro bieten. Aber möglicherweise gibt es Interessenten, die selbst blind deutlich mehr bieten. Deshalb ist es wichtig möglichst früh dran zu sein und für den "Notfall" das Geld, das man bereit ist zu zahlen, in bar und ein Kaufvertragsformular dabei zu haben. Für die Zeit danach sollte man auch noch ein paar Tausender übrig haben. :wink:

Viel Glück!
 
Hallo Christoph,

vielen Dank für deine Antwort. Das mit dem Verdeck war auch für einen Anfänger wie mich nicht zu übersehen, aber zu den anderen Punkten hätte ich noch Rückfragen:

- was ist an dem Fahrerhaus geflickt?
- welche Teile ausser der Konstruktion für die Kugelkopfkupplung sind nicht Orginal?
- Heisst 2 k€ für die Kipperhydraulik, dass dann noch zusätzlich weitere Kosten für die Kipperspinne, den Hydraulikstempel und die Pritsche dazukommen? Mit welchen Gesamtkosten müßte man da in etwa kalkulieren?

Vielen Dank für Eure/Deine Antworten im Voraus.

Grüsse

Matthias