OM 616 - Kuriose Startprobleme - Bitte um HILFE

Livius_Unimog

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28. Nov. 2016
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Hallo Unimog-Community,
ich habe ein Startproblem mit meinem OM 616.943 im U407, ich versuche das Problem mal zu beschreiben:

Der Mog lässt sich normal nach dem Vorglühen "Diesel-Gedenkminute" starten, läuft und plötzlich kommt nichts mehr, er geht aus, so als würde er keinen Diesel bekommen. Danach muss man richtig den Starter quälen, was mit mittlerweile richtig leid tut, er kommt dann aber erst nach gut 1-1,5 Minuten. Mittlerweile hab ich alles getauscht was mit Punkto "Diesel" zu tun hat, nämlich Dieselleitungen, Dichtungen, Filtereinsätze und bin mit meinem Latein am Ende. Bin am Verzweifeln was es noch sein könnte. Luft ist keines im System, habe schon X-Mal entlüftet, am Vorfilter befindet sich eine "Luftblase", die auch schon vorher da war, diese mit einem Eddingstift markiert, diese verändert sich nicht beim Starten.

Was auch noch komisch ist, wie soll man das sagen, wenn der Motor läuft und ich die ersten Kilometer fahre, ja mir kommts nicht nur so vor als würde er kein Gas annehmen, er nimmt auch keines, man kann voll draufstehen und es rührt sich nichts, die Drehzahl steigt nicht mal an... ich weiß aus Erfahrung und vielen Berichten, dass alle Öle und das Getriebe immer einbisschen braucht, um WARM zu werden, aber es ist so ein komisches Gefühl einfach dabei.

Das komische, wenn der Motor mal warm ist kommt er sofort, nimmt auch Gas an und hab damit keine Probleme, doch wenn er einen halben Tag steht oder auch mal eine Woche geht der Spaß wieder von Vorne los und mit der Zeit nervt das Ganze schon gewaltig. Einfach los fahren ist nicht.

Vielen Dank schon mal. :mog3

Ich freue mich schon auf eure Antworten/Hilfestellungen. :danke

Viele Grüße
Livius
 
Hallo Livius

Für mich sieht es so als wenn der Diesel langsam wieder in den Tank zurück läuft. Das der Motor normal anspringt hängt damit zusammen das in der Pumpe noch Diesel drinnen ist. Er geht dann aus weil kein oder nicht genug Diesel an die Pumpe gefördert wird.
Ich würde mal versuchen das du bevor du den Motor startest den Filter mit der Handpumpe zu entlüften. So kannst du sehen ob sich Luft angesammelt hat bzw. ob der Motor dann auch nach kurzer Zeit wieder ausgeht.

VG Andreas
 
Hallo Livius
hast du mal versucht, unmittelbar vor dem Starten zu entlüften. Was ist mit der Leckölleitung von den Düsen, die werden gerne übersehen. Auch die Flaterventile der Förderpumpe könnten schwächeln.
 
Hallo Andreas,

vielen Dank für deinen Tipp vor dem Starten nocheinmal zu entlüften, dem bin ich direkt nach deiner Antwort nachgegangen, hat mir aber leider auch nicht geholfen. Luft hat sich dort keine angesammelt, es ist direkt Diesel gekommen. Der Motor ist dann direkt wieder ausgegangen wie oben beschrieben.

Hallo Helmut,
die Leckölleitungen habe ich auch gegen Neue getauscht, trotzdem danke für deinen Tipp.
Möglicherweise sinds die Flaterventile. Wäre es auch möglich, dass die Glühstifte was haben? Aber ich finde das einfach komisch, der er angeht und wieder ausgeht im kalten Zustand.
Kommt die Gas-Annahme auch von diesen Ventilen? Oder hat die EP was.

Was mir heute aufgefallen ist:
Wo die einzelnen EP-Düsen am Motor angeschraubt sind, sind Einspritzdüse 2 und 3 leicht feucht rundherum, obwohl die Leitungen neu sind. Könnte das der Fall sein, dass der Motor dort Luft zieht?

Viele Grüße
Livius
 
Hallo Livius
Mittlerweile hab ich alles getauscht was mit Punkto "Diesel" zu tun hat, nämlich Dieselleitungen, Dichtungen, Filtereinsätze
wurde die PA-Leitungen auch getauscht? Die werden an den eingepresste Nippel schon mal undicht. Auf keinen Fall die alten Leitungen mit dem Messer aufschlitzen, das gibt einen ganz feinen Luftkanal am Nippel, auch nicht vor dem Aufziehen anwärmen sondern kalt eindrücken. Bei Problemen auch neue Kupferdichtungen vor dem Einbau immer weichglühen.
Wenn die Düsen feucht sind kommt Sprit raus oder Luft rein.
 
Hallo Helmut,

was ist die PA-Leitung? Die Abkürzung sagt mir nichts gerade bzw. wo finde ich diese?
Danke für deine Tipps :) und Hilfestellungen!
Kann man dann die Düsen abschrauben, gibts da eine Dichtung drinnen? - hab mir das Thema vom Injektor/Einspritzdüse undicht OM616 (421) angesehen, dann müsste das bei mir dann auch so aussehen oder?

VG Livius
 
Hallo Livius,

ich hatte ein ähnliches Problem. Filter alle sauber, entlüftet und genügend Sprit im Filter, Mog sprang sauber an, er hat aber bei Vollgas immer nur den Filter leer gezogen. Was war es letztendlich? In der Hohlschraube vor dem Vorfilter hat sich in der 90 Grad Kränkung immer wieder Dreck (sah aus wie Fliesmaterial) aus dem Tank angesammelt beim Entlüften. Selbst zurückblasen mit Druckluft hat nicht geholfen. Zuletzt habe ich sogar den Tank abgelassen und gereinigt. Dann war Ruhe.
Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Florian,

vielen Dank für deine Erklärung und die beiden Links! :)

Hallo Roland,

Die Hohlschraube von deiner Erklärung schau ich mir demnächst an und werde dir berichten ob es bei mir auch das war oder nicht. Mein Tank am Mog ist nagelneu, also ich denke nicht das der was haben könnte...

Viele Grüße an euch beide

Livius
 
Hallo Livius,

ich habe auch einen U407 und habe / hatte auch das Problem.

Die Konfiguration vom Kraftstoffsystem am 407 ist ein wenig anders als in den restlichen Unimog / PKW mit OM616 und für diesen Fehler anfällig im Alter.

Hauptunterschied ist der Lecköl Rücklauf der Düsen, der wieder in den Vorlauf geht.
Gedacht war das, wie ich vermute, um im Winter ein versulzen der Filter zu verhindern, bringt aber nichts.

Diese Leitungsverlegung heißt, daß jede Undichtigkeit im Vorlauf UND an den Leckölleitungen dazu führt, daß der Sprit aus dem Vorlauf in den tiefer liegenden Tank zurück läuft während der Standzeit.

Ich habe das T Stück bei mir aus dem Vorlauf entfernt und in die Rücklaufleitung eingebaut die vom Überströmventil zum Tank zurück geht. Das hat schonmal 90% der Probleme erschlagen.

Außerdem waren bei mir schon 2 mal die Filterbecher der Feinfilter locker.

Alle Gummischläuche im Kraftstoffsystem solltest Du erneuern.
Bei den 8er Schlauchnippeln keinen Schlauch mit 8,0mm Innendurchmesser verwenden, sondern 7,5mm oder 7,3mm Innendurchmesser.
Ich mache im Jahr ca 5-8 OM616 und OM617, 8,0mm Innendurchmesser bei Gummischläuchen macht nur Probleme.

Ansonsten, die Vorförderpumpe und die 3 O-Ringe darin erneuern
Dichtsätze, Bosch Nummer
2 447 010 004 und
2 447 010 044

Neue Handpumpe Bosch Nr 2 447 010 020

Druckstutzen Dichtungen erneuern, auch ein großer Einflußfaktor
Anleitung und Teilenummern der O Ringe und Dichtungen hier
http://www.poelmobil.de/pflanzenoelauto///R-ESP_dichten/r-esp_dichten.html


Die PA Schläuche sind nach 30 Jahren auch manchmal undicht, aber der seltenste Defektgrund.

Gruß
Volker
 
volker407 schrieb:
Hauptunterschied ist der Lecköl Rücklauf der Düsen, der wieder in den Vorlauf geht.
Gedacht war das, um im Winter ein versulzen der Filter zu verhindern, bringt aber nichts.

Hallo Volker,

Ich habe, zumindest im Tracbereich mit dem OM314/364/352/366 Motoren, eine andere/weitere Begründung kennengelernt:
Bei diesen Motoren sind die Einspritzdüsen und die zugehörige Leckölleitung unter der Ventildeckelhaube verbaut, eine von außen nicht sichtbare Undichtigkeit führt hier zur Motorölverdünnung, ohne dass man das als Fahrer unbedingt mitbekommt.
Durch die Einbindung des T-Stücks in die Dieselvorlaufleitung wird hier bei einem Defekt an der Leckölleitung Luft in den Vorlauf gebracht, was den Motorrundlauf beeinflusst und so dem Fahrer aufzeigt, dass hier etwas nicht stimmt.

Wobei beim OM616 die Düsen und Leitungen noch außen verbaut sind, so wie ich das erkennen kann.
 
Hallo
Hauptunterschied ist der Lecköl Rücklauf der Düsen, der wieder in den Vorlauf geht.
Gedacht war das, um im Winter ein versulzen der Filter zu verhindern, bringt aber nichts.
woher hast du diese Information, von dieser Theorie ist mir nichts bekannt. Es gibt schon Gründe dafür, aber das mit der Verbesserung der Wintertauglichkeit ist nicht der ursächliche Grund.
 
Hallo Bobber,

bei den OM314/364/352/366 macht das sicherlich Sinn.
Beim OM616 / OM617/ OM602 sehe ich die Sinnhaftigkeit nicht.


Hallo Helmut,

diese Theorie ist auf meinem Mist gewachsen :D Einen anderen Sinn sehe ich in dieser Verschlauchung nicht.
Trotz getanktem "Winterdiesel" ohne Sommerdiesel Restmenge, bin ich schon mehrfach liegen geblieben (bzw nicht los gekommen) mit sichtbaren Parafinausflockungen im Vorfilter.
Erst seit ich statt normalem Winterdiesel den "Aral Ultimate Diesel" tanke, hab ich das Problem nicht mehr.

Weißt Du, bzw kannst Du sagen was der eigentliche Gedanke für diese Verschlauchung war?

Gruß
Volker
 
Hallo, sitz da nicht noch ein Rückschlagventil in der Hohlschraube an der ESP ? Bin mir aber bei dem kleinen nicht so sicher. Gruß Herbert
 
:roll: Wenn der Motor bzw die ESP aber Luft ziehen würde sollte die Drehzahl schwanken. Wenn kein Gas angenommen wird könnte es bedeuten das nicht genügend kommt. Gruß Herbert
 
Hall
in der Hohlschraube sitzt kein Rückschlagventil, in der Hohlschraube am Pumpenausgang sitzt das Vordruckventil.
Einen anderen Sinn sehe ich in dieser Verschlauchung nicht.
um Parafinausflockung zu vermeiden müsste das System vor dem Start bereits auf Temparatur gebracht werden oder gar komplett durchgewärmt werden.
Warmer Diesel fließt und verdunstet besser, was für eine bessere Verbrennung führt. Um eine ungewollte Dampfblasenbildung in der ESP zu vermeiden, sitzt diese unter Vordruck. Auch vor Euro 0 gab es bereits Abgasvorschriften, ich erinnere da an die ASU, bei der schon damals der Trübungswert geprüft wurde (ab BJ 1.1.1977), dazu waren solche kostenlose Helferlein sehr willkommen.
Ich möchte aber dringend bitten, auf solche Hoax zu verzichten, es gibt neben Trump-Anhägern auch hier Leute, die sowas ernst nehmen und weiterverbreiten, als "Fundstelle" wird dann die U-Com angeführt :shock: :mauer
 
Hallo Volker, hallo alle,

zu Volker's:
Trotz getanktem "Winterdiesel" ohne Sommerdiesel Restmenge, bin ich schon mehrfach liegen geblieben (bzw nicht los gekommen) mit sichtbaren Parafinausflockungen im Vorfilter.
Erst seit ich statt normalem Winterdiesel den "Aral Ultimate Diesel" tanke, hab ich das Problem nicht mehr.

Das liegt glaube ich eher an der Wasseraufnahme durch den Bioanteil in der modernen Dieselplörre.
Hatte ich auch schon trotz Winterdiesel und Temperaturen "nur" um 0Grad. Den Sieb-Vorfilter im Schlauch unterm Fahrerhaus (421) hab ich mal ersetzt durch einen modernen transparenten "in line" Papierfilter. Der friert zu und man sieht die Kristalle drin. Die großen Filter im Motorraum saugt's leer und nach paar km ist Feierabend.
Gerne auch unter Last bergauf.
Problem sollte mit einem Wasserabscheider unten am Tank oder am ersten Filter lösbar sein. Ich machs allerdings wie du, tanke nur die teure Soße ohnen Bioanteil und habe im Handschuhfach Ersatzfilter und einen Schraubenzieher.
Hat sich heuer bei minus 15 bewährt und Problem war nach 5 min gelöst.

Zum Thema vom Themenstarter...
Schwachstelle ist oft die orignale Filteranlage mit Grob-und Feinfilter iVm. Dieselpest.
Erstens werden die Gewinde im Aluguss gerne überdreht und sind dann undicht oder der Dichtring am Filtertopf selbst wird beim Wechsel gequetscht.
Wenn die Filter jetzt auch noch zu sind, schnurchelt sich der Motor Unterdruck und die Dichtung dichtet.
Beim Abstellen kehren sich die Druckverhältnisse um und der Außendruck beaufschlagt den Filter.
Hört man nach dem abstellen wenn der Sprit in den Tank zurückfließt.
Steht er lange tropft zwar der zweite Filter wieder voll aber sobald der leer ist beginnt das Spiel von neuem.

Wie sahen denn die Filter aus beim Wechsel?

Falls ich falsch liege würde ich den Mog mal aus dem (sauberen!) Kanister direkt in die EP be-füttern. Dann im Ausschlußverfahren rückwärts gehen.

Grüße,
Henning
 
Hallo Volker!

Vielen Dank für deine Erklärungen, Tipps mit den Durchmessern und Ratschläge, ich hab alle Gummischläuche im Kraftstoffsystem erneuert von vorn herein.
Die Handpumpe wurde in dem Zuge auch direkt erneuert zu der "Patronen-Form".

Viele Grüße

Livius
 
Hallo Florian, Helmut, Henning, Herbert und Volker, sowie sämtliche Mitleser der Unimog-Community! :D :technik

Nach langem suchen, herumprobieren, entlüften, Leitungstausch, bin ich endlich auf Rätsels-Lösung gekommen.
Wie soll ich sagen, das Problem erschloss sich mir nach der letzen Rundfahrt mit dem 407er BJ 1988. Es kam wie es kommen musste, ich bin mit offener Innenhaube gefahren, um eine vielleicht zu erwartende Veränderung am Motor zu entdecken und so war es dann auch. Bin gut 500m (von zu Hause) weit gekommen und plötzlich löste sich ganz leicht beim Lastwechsel vom Motor die Leckölleitungsverbindung vom 3 und auch vom 2 Zylinder zum "T-Stück". Zuerst war mir das nicht ganz bewusst, ehe ich es dann nochmal, am Feldweg probierte, wo mir nichts passieren konnte, um dem Problem direkt auf den Grund zu gehen.
Die Leckölleitungen hatte ich erst am Vortag gegen NEUE (Nachbau) getauscht, diese waren fix montiert gewesen, dem rechnete ich von vorn herein nicht den Fehler zu, doch es kam anders.

So, also bin ich schnurstracks nach Hause gedüst und hab mich ans Telefon gehängt und herum telefoniert, zuerst meinen Teilehändler angerufen und ihn gefragt, was er mir da für einen Schmarrn (Nachbauleitungen) verkauft hat, danach hab ich mit dem Teileleiter bei der hiesigen DB-Niederlassung telefoniert ob die so eine Leitung überhaupt da haben, nach dem "Ja" des Mitarbeiters bin dann direkt zur MB-Niederlassung gefahren und diese Leitung abgeholt, danach hab ich diese dann nach den "Neuen-alten" Leckölleitungen zugeschnitten, diese draufgesteckt, zusätzlich die KOMPLETTE Kraftstoff ANLAGE nochmals entlüftet (man weiß ja nie) und damit die Spannung des hoffentlich problemlosen Startens für mich, bis zum nächsten Tag aufgehoben, wie der OM 616 darauf reagiert.

Siehe da am nächsten Tag, KALTSTART, sprang der Motor an als gäbs kein Morgen, lief ganz normal, ohne 30sec. danach auszugehen und alles war wie vorher.

Ich bedanke mich recht <3-lich für die große Anteilnahme an meinem Beitrag! :danke :mog3

Schöne Woche euch allen.

Viele Grüße aus Österreich! :mog4

Livius