Hallo Peter und alle anderen,
Messungen mit Druckluft werden in der Hydraulik zum Beispiel beim Honen von Schieber- und Zylinderbohrungen in Ventilen und Pumpen angewendet. Das ist also Stand der Technik.
Meine pneumatischen Prüfungen funktionieren auch mit sehr guter Übereinstimmung mit den tatsächlichen hydraulischen Werten bei Ventilen (Steuerblöcken), Kolbenmaschinen und Außenzahnradpumpen. Bei der ZF-Servopumpe hingegen sind mir schon früher Unstimmigkeiten bei den pneumatischen Messungen aufgefallen.
Bei Pumpen (Messung als Motor) und Motoren wende ich bisher drei Methoden an:
1. Definierter geringer Zulauf von Luft (5 bar über Düse 0,4 mm) bei festgesetzter Welle. Gemessen wird der Staudruck. (Eignung für sehr enge Passungen, also geringe Leckage). Es wird der Mittelwert aus Messungen bei verschiedenen Stellungen der Welle genommen.
2. Variabler Zulauf von Luft. Gemessen werden Druck und Volumenstrom, die sich ergeben, wenn sich bei sinkender Drehzahl die Welle gerade noch dreht. (Eignung für größere Leckagen)
3. Variabler Zulauf von Luft bei festgesetzter Welle. Gemessen wird der Volumenstrom, der notwendig ist um einen bestimmten Druck (hier 2,5 bar) zu erzeugen. Es wird der Mittelwert aus Messungen bei verschiedenen Stellungen der Welle genommen.
Angewandt auf die drei vorher hydraulisch geprüften Pumpen ergibt sich:
Prüfmethode/
... Pumpe // CL neu // FS oT // FS mT
Hydraulisch // 1,0 //0,8 // 0,6
Pneumatisch 1 // 0,6 // 0,8 // 0,7
Pneumatisch 2 //0,25 // 0,83 // 1,0
Pneumatisch 3 // 0,74 // 0,96 // 1,0
Tabelle: Relative Wertung der Leistungsfähigkeit der Pumpen aufgrund der einzelnen Prüfergebnisse
Daraus ergibt sich:
Pneumatisch 1 ist vollkommen unbrauchbar, jedenfalls mit dem geringen Zulauf.
Pneumatisch 2 ergibt statt des erwarteten ein umgekehrtes Ergebnis bei der Volumenstrommessung während der Staudruck bei gebrauchten Pumpen abnimmt. Die Werte von CL neu und FS oT liegen zu weit auseinander. Die Skala stimmt also nicht.
Pneumatisch 3: Die Prüfergebnisse sind auch hier entgegensetzt zu den erwarteten und die Skala ist ebenfalls nicht plausibel.
Fazit: Meine drei Prüfmethoden zeigen bei der ZF-Servopumpe keinen verwertbaren Zusammenhang mit der tatsächlichen hydraulischen Leistung. Damit ist klar, dass es in der Vergangenheit zu widersprüchlichen Aussagen kommen musste.
Möglicherweise gibt es bei dem vorliegenden Gerotor-Prinzip Verformungen unter höherem Druck und/oder strömungsmechanische Effekte, die von der statischen Prüfung mit geringem Druck nicht erfasst werden, im praktischen Betrieb aber zu einer Verringerung der inneren Leckage und damit Erhöhung des Wirkungsgrades führen.