Hallo Leute,
ich habe mich über den letzten Winter mit der schnellen Übersetzung aus dem Trialsport beschäftigt.
Die Angabe mit der 37% schnelleren Übersetzung hat einen Rechenfehler, tatsächlich ist die Übersetzung 20% schneller:
Die Radvorgelege im 404 haben eine Übersetzung von 32:15 und somit 2,1333
Die Radvorgelege von der Sonderanfertigung haben eine Übersetzung von 30:17 und somit 1,7647
Laut dem Verkäufer wurde die gerade Verzahnung gewählt, um Schäden/Brüche an den Vorgelegegehäusen bei extremer Belastung zu vermeiden (was sich der Erfahrung nach in mittlerweile mehreren 404 wohl auch so bewährt hat). Ein Nebeneffekt durch das kleinere Zahnrad ist außerdem, daß in den Vorgelegen nun etwas mehr Öl bis zum Sollstand Platz hat und bei entsprechender Belastung die Öltemperatur niedriger ist.
Damit hatte ich bei meinen Einsätzen zwar auch bisher nie Probleme, da ich aber häufig längere Strecken und auch lange Autobahnetappen fahre, fand ich eine längere Übersetzung für meinen verdieselten Mog interessant und habe im letzten Winter meine Radvorgelege damit umgebaut.
Bisher hatte ich als längere Übersetzung die 12,5er Bereifung (ca. 10% länger) und nach dem Umbau habe ich auf die kleine, original Bereifung rückgerüstet, jetzt also mit den kleinen Reifen eine ca. 20% längere Übersetzung.
In der Praxis sieht das bei 90km/h dann so aus:
12,5 Reifen und Serienachse
10,5 Reifen und schnelle Achse
Der "kleine" Unterschied hat eine große Wirkung! Nach inzwischen ca. 4000km hat sich herausgestellt daß der Spritverbrauch um 1,5-2 Liter/100km reduziert ist. Bei höherer Geschwindigkeit wie z.B. auf der Autobahn fährt sich der Mog mit der reduzierten Drehzahl sehr viel angenehmer. Selbst bei Tempo 100 läuft der Motor jetzt nur mit ca. 3500/Minute und dabei noch lange nicht mit Volllast. Vorher war der Motor da schon an der Abregeldrehzahl um 4000/Minute.
Was dabei erstaunlich ist: trotz reduzierter Drehzahl fährt der Mog genauso kräftig. An langen Steigungen auf der Bundesstraße hat mein Mog vor und nach dem Umbau dieselbe Steigung gleichermaßen im 6. Gang ohne zurück schalten bewältigt und ist jeweils am Ende der Steigung noch mit 60km/h über die Kuppe gefahren. Wieso der Mog trotz reduzierter Dehzahl die Steigung im selben Tempo bewältigt ist eigentlich unlogisch, mir fallen nur zwei mögliche Erklärungen ein:
Entweder haben die 12,5er Reifen mehr Rollwiderstand oder es liegt daran daß durch die lange Übersetzung die Drehzahl im gesamten Antriebsstrang inkl. Getriebe reduziert wird und da dann auch weniger Leistung verloren geht bzw. in Wärme umgewandelt wird. Vielleicht auch eine Kombination aus Beidem. Nebenbei bemerkt wird das Getriebe die reduzierte Drehzahl bestimmt auch mit längerer Lebensdauer danken.
Faszinierend ist auf jeden Fall wie der Mog trotz reduzierter Drehzahl nun gleich kräftig fährt. Und daß sich die unteren Gänge jetzt auch jeweils weiter ausdrehen lassen hat sich bisher in allen Situationen nur als Vorteil erwiesen.
Mein Mog hat den OM602 mit 2,9 Liter und 95PS und 2900kg Leergewicht mit Kofferaufbau. Der Spritverbrauch lag vor dem Umbau bei 13,5-14 Liter und jetzt bei 12 Liter.
Die gerade Verzahnung in den Vorgelegen ist akustisch übrigens nicht wahrnehmbar. Der Umbau war rundum ein voller Erfolg und den Aufwand absolut wert :spitze
Viele Grüße
Günter