Hallo, Heinrich, hallo Armin, Thorsten, Helmut und Michael, hallo an alle anderen,
ich denke, dass es Armin, Thorsten, Helmut und Michael mit ihren Beiträgen nicht um den "...mal vorkommenden Einzelfall..." geht.
Niemand von uns wird immer alles richtig machen und das weiß auch die Polizei. (Das Wort Bulle mag ich überhaupt nicht, mein Nachbar ist Polizist und der hält für meine Sicherheit so manchesmal den Kopf hin.)
Es wird aber schon immer mehr zum Sport, Gesetze, die uns zu etwas verpflichten, möglichst großzügig für sich auszulegen, wenn man dadurch einen Vorteil für sich sieht.
Man sieht den Staat als den großen Gegner, den es "zu bekämpfen" gilt, wo immer möglich.
Steuerhinterziehung wird am Stammtisch zum Kavaliersdelikt schwadroniert, ja man ist ein Held, wenn man "denen da oben" ein Schnippchen schlägt.
Andererseits weiß man aber meist sehr genau, was "einem vom Staat zusteht", wenn es darum geht, etwas von ihm zu bekommen.
Armin hat zu Recht als ein Beispiel von vielen die Schule angeführt.
Michael zeigt zu Recht, dass der Staat Gesetze oder Gesetzesänderungen oft dann für erforderlich hält, wenn der Missbrauch ins Kraut schießt.
Kaum jemand fragt sich dabei aber, wer denn der Staat ist!
Es ist auch kein allgemeingültiges Grundrecht, etwas tun zu dürfen, "weil der Herr Nachbar das ja auch immer so macht!" oder "weil ich das Gesetz für unsinnig halte." - selbst dann nicht, wenn es tatsächlich unsinnig wäre!
Es ist sicher (der richtige Führerschein vorausgesetzt) nichts dagegen zu sagen, "mal" mit dem Trac oder Unimog in die Schule zu fahren.
Jeder von uns hat schon "mal" etwas gemacht, was er so nicht gedurft hätte, aber jeden Tag so etwas zu tun ist keine Kleinigkeit mehr, sondern eine gewohnheitsmäßige Verletzung von geltendem Recht und damit eine innere Einstellung, da hier schon kein Gewissen mehr funktioniert, das einen mahnt "...ey eigentlich dürftest du das ja nicht machen..."
Wenn das alle - und vor allem - gewohnheitsmäßig - tun würden, bräuchten wir keinen "Staat" mehr...
Ein Staat, das kann man bei Bienen und Ameisen sehr gut beobachten, ist ein Gemeinwesen, in das jeder auch etwas hineininvestiert und in dem man sich an Regeln hält, die allen nutzen.
Das grüne Kennzeichen (präziser: die Steuerbefreiung der landwirtschaftlichen Fahrzeuge und des dafür benötigten Kraftstoffes) entstand in der Zeit des Hungers in der Nachkriegszeit und sollte verhindern, dass die Kleinbauern in die Finanzkrise abrutschen und dadurch die Nahrungsversorgung der Bevölkerung gefährdet werden könnte. Dazu gehörte auch die sog. Gasölverbilligung. Für beides haben die Bauern heute nur noch eine Duldung und einen vom Bauernverband mit wackligen Argumenten hergeleiteten Bestandsschutz.
Übrigens, Heinrich, wenn Du auch noch gasölverbilligten Kraftstoff im Tank hast, hast Du zusätzlich noch die Zollfahndung am Hals.
Falls die von Dir so liebevoll titulierten Herren in grünweiß Dich jetzt einfach mal als "zu überprüfenden Fall" weitergemeldet haben, könnte Dein Vater demnächst einen Besuch der Herren in Blau erwarten...
So, wie andere bereits geschrieben haben, kann auch ich mir nicht vorstellen, dass es überhaupt keine Alternative für Dich gibt, in die Schule zu gelangen.
Nichts für ungut und bitte nicht böse sein! Ich hätte meinen Beitrag nicht geschrieben, wenn es hier um den "mal vorkommenden" Einzelfall geht, aber, wenn Heinrich schreibt, dass er jetzt den Bund Stroh drauf hat...
Grüße an alle
Holger