Steuerfrei Fahren ?

Hallo Maatsch,
Kleines (Extrem-)Beispiel für Überforderung der Polizei gefällig?
mfG Axel
 

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Moggälä schrieb:
Hallo Maatsch,
Kleines (Extrem-)Beispiel für Überforderung der Polizei gefällig?
mfG Axel

Ja, ja - wenn's wahr ist, waren die wohl tatsächlich überfordert und gerade bei den Geschwindigkeitsmessungen stellt sich ja in letzter Zeit immer häufiger heraus, dass das Messpersonal pfuscht und sich nicht an die Anweisungen der Gerätehersteller hält.
Aber zumindest ich leite davon keine generelle Unfaähigkeit von Polizisten ab ;-)
Aber wie sieht es eigentlich mit einem Thema aus, das uns alle betrifft, nämlich das Wiegen.
Nachdem mittlerweile ja feststeht, dass auch auf geeichte Waagen kein Verlass ist, weil sie sich durch EM-UNverträglichkeiten stören lassen, kann theoretisch jeder, der den entsprechenden Anwalt hat, überladen wie er will.

Hat hierzu schon jemand persönliche Erfahrungen gemacht?

MfG Maatsch
 
Hi Maatsch,
nix jaja (Werner - "jaja"?)! Is wirklich wahr - und bei uns in der Gegend gabs noch den ein oder anderen Kalauer mehr.
Sicherlich gibts da solche wie solche - v.a. die Jungen stehen in nem Amts-gailen Ruf. Die älteren Beamten sind meist vernünftiger und menschlicher. Die Tieferlegungsfraktion kann dir da ein langes Lied davon singen.
mfG
Axel
 
Hallo Axel,
Moggälä schrieb:
...die Jungen stehen in nem Amts-gailen Ruf. Die älteren Beamten sind meist vernünftiger und menschlicher. Die Tieferlegungsfraktion kann dir da ein langes Lied davon singen.

auch ich kenne das, unter anderem auch von einem guten Bekannten, der seinen Käfer ein paar Kilometer "geschleppt" hatte - da kam dann ein VW-Bus voller Grüner und ein junger musste sich profilieren, obwohl alle anderen nach der Verwarnung meinten "lass mal" - ist auch alles eingestellt worden, aber man hat erst mal Ärger.

Nur will ich davon keine Verallgmeinerung herleiten - ist halt ein Prinzip von mir :-) und meistens glaube ich auch noch an "das Gute" im Menschen - auch wenn er grüne oder blaue Uniformen trägt :-)

Und wenn Du schon auf die Tieferlegungsfraktion anspielst: Wenn ich weiß, dass ich auf der ToDo-Liste einiger eifriger Uniformierter ganz oben stehe, verstehe ich es noch weniger, warum ich dann noch Anlass zu tatsächlichen Verwarnungen oder mehr gebe.

Aus meiner Erfahrung mit Motorrädern kann ich nur sagen, dass die Polizisten meistens SEHR genau Bescheid wissen und trotzdem häufig ein Auge zudrücken, wenn man sich kooperativ, einsichtig und freundlich verhält.

MfG Maatsch
 
Bernd-Schömann schrieb:
...Wenn unser Schüler mit dem Schlepper in die Schule fahren will, mit grünem Kennzeichen, meine Erlaubnis hat er, ...

Eigentlich wollte ich mich in diese Diskussion nicht mehr einmischen, da ich glaubte, der Fred sei nach den Regeln menschlicher Vernunft abgeschlossen. Umso mehr bin ich bestürzt, wie hier plötzlich wieder mit polemischen Stammtischparolen um sich geschlagen wird.

Schlimm finde ich jedoch, dass jemand, der sein Geld dadurch verdient, dass es ein Gesetz gibt, das eine Versicherungspflicht für Kraftfahrzeuge formuliert, derart über den Gesetzgeber und deren Exekutivorgane herzieht und sich dann noch dazu herablässt, einem Jugendlichen "zu erlauben", mit grünem Kennzeichen in die Schule zu fahren.

Sollte er am Ende nicht verstanden haben, dass es gar nicht in seiner Befugnis liegt, dies zu erlauben?

Es ist doch von allen - unabhängig von ihrer Einstellung zu diesem Thema -einmütig festgestellt worden, dass es wirklich zu viele und vielleicht auch unnütze Gesetze gibt, einem Jugendlichen jedoch zu empfehlen, geltendes Recht zu brechen - und das mit o.g. Background - finde ich traurig - sorry, Bernd, aber das geht mir entschieden zu weit.

Wer etwas gegen Gesetze tun will, die überflüssig sind, sollte in die Politik gehen - oder demonstrieren, wie Sascha geschrieben hat, wer aber meint, Gesetze im eigenen Interesse übersehen oder umgehen zu "dürfen", weil er das "legitim" findet, der sollte sich mal darüber im Klaren sein, dass er Anarchie predigt und sollte dann auch bereit sein, ALLE Früchte der Anarchie selbst mitzutragen! (Siehe die Hyperbel in Punkt 3 von Saschas Beitrag!)

Kurios ist es natürlich, dass man immer dann die Umgehung der Gesetze "legitim" findet, wenn diese einem selbst nützt, wenn es andererseits Gesetze (auch die oben zitierten Ausnahmen und vielleicht auch überflüssigen oder kontraproduktiven) gibt, die einem selbst nützen, schreit keiner nach deren Abschaffung...

Nachdenklichen Gruß

Holger

Bernd-Schömann schrieb:
...das können wir dann noch mal bei einem Bier näher diskutieren. ...

...es braucht viele Bier, bis einem so manches hier geäußerte "Argument" plausibel scheinen mag...

Es tut mir sehr leid, Ihr könnt mich jetzt auch zerreißen und Bernd wird wohl auch sauer auf mich sein, aber ich kann nicht anders...

Wir leben in einem Staat, der sicher vieles falsch macht, aber wir leben in Frieden, haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, haben sogar Geld übrig, um es für so "überflüssige Dinge" wie Unimogs auszugeben.....
Manch einem Flüchtling aus Afrika oder sonstwo wären unsere vielen überflüssigen Gesetze piepschnurzegal, wenn er nur das hätte, was wir schon gar nicht mehr wahrnehmen, was aber unter anderem deshalb da ist, weil wir in einem Rechtsstaat leben...
 
So, nun haben sich alle ein wenig beruhigt und sind nach den Feiertagen wieder nüchtern, da kann man mal wieder sachlich in die Diskussion einsteigen :lol:

Maatsch: Meine Erfahrungen mit der Polizei ergeben sich aus tatsächlicher Erfahrung. Ich habe im Jahr ca. 400 KFZ Schäden auf dem Tisch. Jeder 4.te ist mit Polizei verbunden. Und bei jedem 2.ten Bußgeld das gegen einen angeblichen Verursacher verhängt wird, entscheidend das Gericht anders!
Die mal nur ganz kurz zusammen gefasst.

Holgi63: Du siehst die Diskussion hier zu tödlich Ernst. Und Böse bin ich dir allemal nicht. Ich mag es wenn Menschen aufrecht ihre ehrliche Meinung sagen! Es ist richtig dass ich viel Polemik benutze (wie alle Politiker) und Stammtischparolen mag ich auch.
Ich stehe aber auf jeden Fall zu meiner Kritik an Gesetzen. Ein Schumi handelt Gesetzestreu wenn er in Deutschland 2 Rennen fährt und anteilig gesehen dafür ca. 4 Mio ¤ kassiert, dafür aber keinen einzigen Cent Steuern zahlt weil er in Sonstwo lebt! Ein Minister Wiesheu kann betrunken Autofahren und einen Menschen dabei schwer verletzten ohne dafür in den Knast zu gehen weil er "Immun" ist.
Ein Schornsteinfeger darf in jedes Haus, und man muss ihn sogar reinlassen - das Grundgesetz wird in diesem einzigen Fall ausgesetzt - und kassiert hinterher Geld für etwas was ich nie aufgefordert habe zu tun oder wie auch immer.

Herziehen über Exekutivorgane: Zunächst mal eine Frage an dich: Sind Exekutiv Organe für dich heilige Kühe? Darf man sie nicht kritisieren, weil sie Staatsinteressen vertreten?
Wie wärst du im 3. Reich damit umgegangen? Es wäre also unverschämt wenn ich einen Richter im 3.ten Reich der Semiten in Straflager schickte zu kritisieren (o.k. ist ein Extrembeispiel) .
Ich gebe dir ein lebendes Beispiel: Ich slebst wurde von meinem Schwager vor ca. 18 Jahren mit enem Baseballschläger bewusstlos geschlagen udn kam erst im Krankenhaus wieder zu mir.
Ich habe natürlich geklagt. Das Verfahren wurde eingestellt mangels öffentlichem Interesse!! Das bedeutet laut Richterbeschluss ich darf in der Familie schlagen wen ich will, vergewaltigen wen ich will (z.B. meine Frau).

Gesetze empfinde ich als wichtig. Sie bilden ein Basis. Aber was nutzt es wenn es heißt: Wer Gewalt gegen einen dritten ausübt macht sich strafbar, es sei denn es ist ein Familienangehöriger!
Mir fällt hier wieder Animals Farm ein: Wie steht da so schön an der Wand:
Vor dem Gesetz sind alle Tiere gleich. Tags drauf schreibt dann ein Schwein hinzu: Nur einige sind gleicher.

Zum Schluss noch eins:
Ich vertrete keine Versicherung!! Ich verdiene mein Geld nicht dadurch dass es eine Versicherungspflicht gibt. ich verdiene es viel mehr durch mein Wissen in einem speziellen Gebiet, oder dadurch dass ich Kunden berate. Ich verdiene mein Geld dadurch dass ich die Gesetze sehr genau kenne!! An meinem Wissen profitieren sehr viele, es gibt viele die mein Wissen für sich nutzen wollen.
Genauso wie evtl. ein General am Wissen eines Waffenschmiedes partizipieren will.

Anarchie ist nicht schlecht. Nur der Mensch der sie nicht versteht und missdeutet macht sie schlecht!

Ich betone noch zum Schluss dass es nicht meine Absicht ist jemanden zu diskriminieren oder zu beleidigen. Es ist lediglich schlicht und ergreifend meine bescheidene Meinung und meine bescheidene Erfahrungen die ich hier wiedergebe.

Ich ende mit einem alten Hippie Gruß:
Make Love not War

Gruß
Bernd
 
Lieber Bernd,

da die Mails mit dem Titel: "Benachrichtigen über neue Antworten zum Thema:..." bei mir fast sämtlich vom Spamfilter geschluckt werden (kein Wunder, bei Mails ohne Absender), habe ich Deinen Beitrag erst spät gelesen.

Danke für Deine Offenheit!
Danke für Deine Ehrlichkeit!
Danke für Deine Freundlichkeit!


Danke auch, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, den von mir abgeschossenen Ball nicht nur aufzufangen, sondern auch äußerst fair zurückzuspielen!

Im Moment habe ich leider eine satte Erkältung und deshalb nur einen begrenzt funktionierenden Verstand, dennoch der Versuch, Dir zu antworten:

Zuerst einmal: Wenn ich Deinen und meinen Beitrag lese, stelle ich fest, dass wir beide in unserem Denken viel näher zusammenliegen, als es auf den ersten Blick erscheinen mag!

Die Tatsache, dass ich die Exekutivorgane zuerst einmal verteidige, bedeutet nicht, dass es für mich "heilige Kühe" sind. Ganz im Gegenteil.
Bitte glaube mir, ich bin mir sehr bewusst, wie leicht Menschen gerade dort mit der ihnen übertragenen Macht Missbrauch treiben können - und treiben.

Deine Argumente bezogen sich auf praktische Beispiele, die allesamt die "Unvollkommenheit" jeglicher Staatlichkeit unter Beweis stellen. Das ist mir so klar, wie Dir.

Das Tragische dabei - wie Dein eigenes Beispiel zeigt, ist, dass das Leid, das im Einzelfall dadurch hervorgerufen oder verstärkt wird, sehr sehr groß sein kann.

Dann kommt noch die Ungleichbehandlung hinzu, dass eben einige gleicher sind, wie Du zu Recht mit Bitternis feststellst.

Meine Argumentation ging eher in die Richtung: "Welche innere Einstellung habe ich grundsätzlich gegenüber den Staatlichen Organen"

Nur, weil dort Missbrauch möglich ist - und nicht nur im Einzelfall vorkommt, darf ich das gesamte System nicht boykottieren, es sei denn, ich hätte ein nachweislich besseres.

Was ich halt überhaupt nicht mag ist, dass jemand über alles staatliche meckert, andererseits aber selbst alles tut, was ihm möglich ist, den größtmöglichen persönlichen Vorteil daraus zu ziehen - also die Doppelmoraligkeit.

Ich kann aus obrigkeitlichen Fehlern nicht für mich das Recht ableiten, Gesetze zu missachten, die mir nicht passen oder mit Selbstjustiz zu antworten, nicht einmal, wenn diese Fehler mich selbst betreffen!

Wenn dann das Missachten dieser Gesetze sowieso nur dem eigenen Vorteil und Geldbeutel dient, wird das Motiv hinter dem Handeln sehr leicht erkennbar.

Zu welchem "Zweck" werden denn meist Gesetze missachtet?

Sind es nicht jene "Delikte", die man heute "Kavaliersdelikte" nennt, wie Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, u.s.w., .....

.....oder findest Du jemals das Übertreten von Gesetzen aus dem Grund, für jemand anderen einen Vorteil oder nur Gerechtigkeit zu bewirken?


Dein Argument: Anarchie ist nicht schlecht. Nur der Mensch der sie nicht versteht und missdeutet, macht sie schlecht!

ist unter denkenden und zugleich friedliebenden und toleranten Menschen sicher akzeptiert und wäre, wenn möglich, eine wünschenswerte Lebensweise. Wenn es einen Menschen gibt, der Freiheit über alles liebt, dann der, den ich jeden Morgen rasiere...
Leider ist es aber in der Praxis nicht möglich - und Du weißt das!

Schon unser alter, von mir sehr geliebter Lateinlehrer (der heute mit 81 Jahren noch immer Nachhilfe in Altgriechisch, Griechisch und Latein gibt), sagte einmal:

"Wir versuchen, aus Euch (damit meinte er unter anderen mich) Menschen zu machen, die ihre Mitmenschen achten und ehren, die den Frieden lieben, die tolerant sind und die Welt ein kleines bisschen besser machen.

Jedoch selbst wenn es uns (den Lehrern) gelingt, alle zur Zeit etwa 1000 Schüler an dieser Schule zu dieser hohen Lebensmoral zu erziehen, reicht es, wenn Euch ein einziger Mensch gegenüber steht, der dumm genug ist, den Abzug seiner Maschinenpistole zu drücken, die ihm ein anderer kluger Mensch in die Hand gedrückt hat, der eben nicht eure, sondern stattdessen lieber seine eigenen Ziele verfolgt - oder verfolgen lässt..."

Es müsste halt einen einzigen Herrscher über alle Menschen geben, der den friedliebenden Menschen die größtmögliche Freiheit einräumt, der Gewalt, Krieg, Hass und alles andere Böse im Keim des Entstehens erstickt und gleichzeitig im absoluten Sinne unbestechlich ist.

Unter Menschen habe ich ihn bisher nicht finden können, deshalb ist die Form der Anarchie, die Du einforderst, nicht möglich - aber das weißt Du genauso gut, wie ich...

So lange es diese Herrschaftsform aber nicht gibt, bringt es uns nichts, das bestehende System nur auszunutzen, wo es möglich ist und uns einen Vorteil bringt.
Wenn wir soziale Gerechtigkeit fordern, müssen wir zuerst einmal sozial sein!

Natürlich hat Staatstreue und Obrigkeitshörigkeit für jeden verantwortlich denkenden und handelnden Menschen eine Grenze. Diese Grenze wird heute sogar als oberstes Naturrecht bezeichnet.

Siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Naturrecht

Niemand handelt gerecht, der den Befehl einer Obrigkeit befolgt, die ihn dazu auffordert, gegen Menschenrechte oder die Menschlichkeit allgemein zu handeln.

Dein Extrembeispiel: Es wäre also unverschämt wenn ich einen Richter im 3.ten Reich, der Semiten in Straflager schickte, zu kritisieren

lass mich vielleicht so beantworten:

Es wäre natürlich nicht unverschämt gewesen, sondern hätte von außerordentlicher Zivilcourage gezeugt, gegen diese Befehle aufzustehen.

Die meisten Menschen in dieser Zeit, von der Du sprichst, wo solche und schlimmere Dinge geschahen, waren nominelle Christen.

Der Apostel Petrus sagte einmal: "Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen" (Apostelgeschichte 5:29) ...

...und der Mann, auf den sich diese nominelle Christen als Begründer ihres Glaubens berufen, sagte bei seiner eigenen Verhaftung zu diesem o.g. Petrus: Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen" (Matth. 26:52)

Hätten damals alle, die sich als Christen bezeichnet haben, nur ein wenig christlich gehandelt, ein wenig Zivilcourage gezeigt, wäre dieses Unrechtssystem und der von ihm hervorgerufene 2. Weltkrieg gar nicht möglich geworden.

Die Täter und alle Mitläufer dieses Unrechtssystems damals hatten alle eine Grundausbildung, die sie in die Lage hätte versetzen können, Recht und Unrecht zu unterscheiden.

Warum haben sie nicht so gehandelt, wie man es ihnen einmal beigebracht hatte?

"Du sollst nicht töten!"
"Du sollst nicht begehren Deines nächsten Weib, Knecht, Haus, Vieh, noch alles, was sein ist"
"Du sollst Deinen Nächsten lieben, wie Dich selbst!"

Oder jene goldene Regel, als Jesus sagte:

Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun; in der Tat, das ist es, was das GESETZ und die PROPHETEN bedeuten... (Matth. 7:12)

Es wäre Zivilcourage gewesen, wenn die Menschen, die als Kinder durchaus Recht und Unrecht zu unterscheiden gelehrt wurden, gegen dieses System aufgestanden wären.

Aber auch damals haben sich die meisten wohl damit zufrieden gegeben, die Steuern zu hinterziehen und Gesetze da nicht zu befolgen, wo sie einem zum Nachteil gereichten...

Bestimmt verstehst Du den Unterschied, den ich klarzumachen suche...

...oder mit anderen Worten: Haben wir den Mut, dort Zivilcourage zu zeigen - notfalls in der Form, dass wir der Obrigkeit nicht gehorchen - wo Unrecht gegen Menschen geschieht oder gehorchen wir nur da nicht, wo es uns zum persönlichen Vorteil gereicht?

Lass mich mit den Worten Konstantin Weckers schließen, eines Mannes, der sicher über den Verdacht der Obrigkeitshörigkeit erhaben ist.

Er zieht für sich selbst eine interessante Erkenntnis aus seinem Leben und Werk (blau hinterlegt):

http://www.youtube.com/watch?v=nEKav2wio-E

http://www.wecker.de/cgi-bin/cgi_lieder1?id=97&ok

Was passierte in den Jahren?

Wie du doch das Treiben satt hast!
Immer wirft dich diese Flut
an ein unbekanntes Ufer,
und dir fehlt schon lang der Mut,
neuen Küsten zu begegnen.
Du bist müde, gräbst dich ein
und beschließt für alle Zeiten,
nie mehr heimatlos zu sein.
Und das nennt sich dann erwachsen
oder einfach Realist.
Viele Worte, zu umschreiben,
daß man feig geworden ist.

Was passierte in den Jahren,
wohin hast du sie verschenkt?
Meistens hast du doch am Tresen
das Geschick der Welt gelenkt.
Und die fiel nicht aus den Angeln,
höchstens du fielst manchmal um,
und für die, die du bekämpft hast,
machst du jetzt den Buckel krumm.

Auch du wolltest wie die andern
fest in einem Weltbild stehn.
Statt die Ängste zu durchwandern,
übst du, sie zu übersehn.
Manchmal jagst du für Sekunden
deinen Zweifeln hinterher,
doch aus Sorge um die Wunden
bleibst du lieber ungefähr.

Und dann triffst du noch die Kämpfer
aus der guten alten Zeit,
fesche Jungs mit drallen Frauen,
und ihr lächelt alle breit.

Was passierte in den Jahren,
wohin hast du sie verschenkt?
Meistens hast du doch am Tresen
das Geschick der Welt gelenkt.
Und die fiel nicht aus den Angeln,
höchstens du fielst manchmal um,
und für die, die du bekämpft hast,
machst du jetzt den Buckel krumm.

Und ich frag mich, ob ich wirklich
so viel anders bin als du.
Zwar, ich kleide meine Zweifel
in Gedichte ab und zu,
das verschafft paar ruhige Stunden,
eigentlich ist nichts geschehn.
Ach, es gibt so viele Schliche,
um sich selbst zu hintergehn.


Doch da muß jetzt was passieren,
zuviel Zeit ist schon verschenkt,
und es wird von den Erstarrten
das Geschick der Welt gelenkt.
Und die fällt bald aus den Angeln.

Komm, wir gehen mit der Flut
und verwandeln mit den Wellen
unsre Angst in neuen Mut.

---------------------------------------------------

In diesen Worten steckt viel Weisheit, ob Konstantin aber erfolgreich sein wird in dem, was er in den letzten 3 Zeilen fordert?

Nachdenkliche Grüße und nochmal: Wenn ich Deinen und meinen Beitrag lese, stelle ich fest, dass wir beide in unserem Denken und Empfinden viel näher zusammenliegen, als es auf den ersten Blick erscheinen mag!

Alles Gute für Dich und natürlich alle anderen hier in der UC wünscht

Holger
 
Hallo Holger,
da ziehe ich den Hut....
Ich schlage vor auf dem nächsten Unimog Treffen machen wir zwei die Sonntagspredigt im Führgottesdienst ! :lol:

Es ist schon richtig wie du es schreibst. Ich versuche halt mit meinen bescheidenen Mitteln, die Wirklichkeit für mich so zu bauen, dass ich damit glücklich bin. Und da stosse ich sehr oft an....
Z.B. dem Schornsteinfeger, der zwar immer noch zu mir kommt, jedes Jahr zwei mal, aber keine Rechnungen mehr ausstellt!!
Dieser kampf hat 5 Jahre gedauert, aber ich habe ihn gewonnen und habe mich dabei strikt an das I Ging gehalten und wie Laotse sagte: Beharrlichkeit führt zum Ziel!
Dabei habe ich nur die Gesetzte dieses Landes genutzt und einfach eine Lücke entdeckt die man im Gesetz übersehen hat. Du siehst, ich bin auch nicht besser als die "anderen"

Beste Grüße aus dem Saarland

Bernd
 
Bernd-Schömann schrieb:
Hallo Holger,...
...Ich schlage vor auf dem nächsten Unimog Treffen machen wir zwei die Sonntagspredigt im Führgottesdienst ! :lol:

...Z.B. dem Schornsteinfeger, der zwar immer noch zu mir kommt, jedes Jahr zwei mal, aber keine Rechnungen mehr ausstellt!!...
...Dabei habe ich nur die Gesetzte dieses Landes genutzt und einfach eine Lücke entdeckt die man im Gesetz übersehen hat. ...

Hallo, Bernd,

das mit der Sonntagspredigt lassen wir mal lieber, obwohl es niemandem schadet, sich in der Bibel ein wenig auszukennen...

...aber jetzt kommt in mir natürlich wieder der alte Rebell durch: Was ist das für ein Gesetz, dass es legalisiert, den Schornsteinfeger nicht bezahlen zu müssen???

Wenn das wirklich legal ist, sollte man dieses Gesetz kennen...

...weil wir ja doch gesetzestreu sein wollen, nicht wahr? :wink:

Grüße

Holger

PS: Der Lao Tse war auch ein durchaus kluger Mann, von dem man eine Menge lernen kann...

An dem hier arbeite ich noch: "Die Dinge sind dazu da, dass man sie benutzt, um das Leben zu gewinnen, und nicht, dass man das Leben benutzt, um die Dinge zu gewinnen." Lao Tse, 6. Jahrhundert v. Chr.
 
Moin Holger,

wenn ich 1min. ganz angstrengt auf die Zeilen
Die Dinge sind dazu da, dass man sie benutzt, um das Leben zu gewinnen, und nicht, dass man das Leben benutzt, um die Dinge zu gewinnen
schaue, erscheint dahinter: Arbeite um zu leben und lebe nicht um zu arbeiten :D