Liebe Unimog-Freunde,
neulich Workshop zusammen mit einem lieben Unimog-Freund, der u. a. einen Uni-Knick 421 und einen U411 sein eigen nennt. Für meine bescheidene Hydraulik-Schrauberhöhle war das ein unvergessliches Erlebnis.
Es ging um insgesamt vier Objekte.
Zwei Kompressoren WESTINGHOUSE Paris, die in einen U411 passen, dafür aber nicht vorgesehen waren. Kurbelgehäuse aus Grauguss.
Ein Kombipresser aus U411, also mit Zahnradpumpe für "Arbeitshydraulik".
Ein Kombipresser aus U52, also mit Flügelzellenpumpe für die Lenkhilfe.
Alle vier Kompressoren waren von meinem Freund bereits teilweise aufwändig instandgesetzt worden mit neuen Lagern, Ventilen und Dichtungen. So war die Spannung groß wie gut die Kompressoren auf dem Prüfstand abschneiden würden. Um es vorwegzunehmen, vier mal Volltreffer mit fast neuwertigen Leistungsdaten.
Die Zahnradpumpe am Kombipresser aus U411, die ja in den seltensten Fällen noch wirklich brauchbar ist, war - oh Wunder - sehr gut. Ein Glücksfall mit deutlich weniger als 10% Eintrittswahrscheinlichkeit.
Doch die Flügelzellenpumpe des Kombipressers aus U52 streckte schon bei 20 bar die Flügel: Null Volumenstrom bei 20 bar ausgehend von 11 l/min bei 0 bar. Zerlegt zeigte sie entsprechend starken Verschleiß und Riefen an den Steuerspiegeln.
Zufällig lag eine solche Flügelzellenpumpe aus einem Scheunenfund im Regal. Äußerlich vom Dreck befreit, die Anschlussverschraubungen entfernt, erwies sie sich als völlig verwahrlostes Objekt. Altes Fett, Wasser und Lehm traten zutage während die Pumpe trickreich mit Prellschlägen, Schlagschrauber, Rostlöser und Hitze zerlegt wurde.
Mit größtem Erstaunen konnten wir feststellen, dass zwar alle Teile ziemlich "verklemmt" waren aber absolut keine Rostnarben aufwiesen. Und die Laufflächen waren fast makellos. Die Pumpe war also gar nicht übermäßig lange gelaufen. Alle Teile wurden mit 400er und 600er Schleifpapier sanft nachbearbeitet, gefettet und wieder zusammengebaut.
Der Probelauf der Flügelzellenpumpe wurde mit Bravour absolviert - fast neuwertig.
Fünf Stunden Arbeit zu zweit - aber mit absolut zufriedenstellendem Abschluss.
Es wäre es wert gewesen das Ganze fotografisch komplett zu dokumentierem. Doch dann hätte es sicher doppelt so lange gedauert.
https://youtu.be/DbGIqQ5rwb0