Unimog 2010, Vom Elsass zurück nach Deutschland

Die Radbremszylinder der Vorderachse lassen sich aufgrund der Oberflächenschäden im mittigen Bereich leider nicht nachhohnen. Diese liegen leider auch außerhalb der Blocklänge der Feder plus Manschetten. Rufen also nach Ersatz.
 

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Beide vorderen Vorgelege sind nun aus der Achse gezogen. Vorne links, wie schon vor einiger Zeit gezeigt, die wackelnde Buchse, siehe Video. Die Welle ist an der zugehörigen Stelle auch kräftig eingelaufen. Die Doppelgelenke muss ich mir nach der Reinigung der Vorgelege genauer ansehen.
 

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Hier sieht man auch schon etwas den Zustand der Wellen. Im Vordergrund die Welle, die zur vorher schon beschriebenen wackeligen Buchse gehört
 

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Hallo Winni
Da wird es nur das volle Programm mit aufschweissen und auf Mass schleifen der Welle geben. Alles andere ist Murks und wird nie ganz dicht...
Aber das bedingt halt die Komplettzerlegung der Doppelgelenkwelle. Es gibt aber mittlerweile Anbieter, welche die Aufarbeitung dieser Wellen explizit in ihrem Angebot haben, aber wird natürlich nicht ganz billig. Handumkehrt wenn du nachher wieder 50 Jahre Ruhe hast :wink:
Gruss Norbert
 
Hallo Norbert
Deine Feststellung ist richtig. Aufschweißen mit auf Maß schleifen ist eine saubere Sache. Und das Doppelgellenk müßte auch gleich neu gelagert werden. Außer ich find noch eine gute Ersatzachse.....
 
Heute habe ich den linken Achsschenkel abgenommen, um die wackelige "Buchse mit Rohr" zu entfernen. Das Rohr war von der Buchse abgebrochen, die Buchse deformiert und vom Simmering nichts mehr zu sehen.
 

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Noch eine Stufe tiefer in den Achstrichter schauend habe ich gesehen, dass der Simmering in der dort platzierten Blechaufnahme ebenfalls gebrochen ist. Die Blechaufnahme dürfte vermutlich beidseitig mit Blechlaschen in Position gehalten werden. Wenn das so ist (???), kommt man an den Simmering nur bei entferntem Differential ran. D.h. Achse abmontieren vom Fahrzeug.

Die heutigen Feststellungen an der linken Achsseite dürften mit durch das spielbehaftete Doppelgelenk verursacht worden sein (pendeln...)
 

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Etwas schöner war die Montage der beiden mit speedi sleeve versehenen Zapfwellenflansche plus neuer Simmeringe.
 

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Hallo Winni,

wie tief sitzen denn diese Reste von einem Dichtring in dem Achsrohr. Mir erscheint es fraglich, ob dass die original Position ist sondern dieser Ring während einem Einbau der Steckachse dahin geschoben wurden.
Wenn dieses zutreffen sollte, müsstest Du die Reste mit einem stabilen Hacken aus dem Rohr ziehen können ohne die ganze Achse zu zerlegen.
 
Hallo Jürgen
Danke für deine Überlegungen. Wäre schön, wenn es so wäre.
Wenn du nochmal auf das Foto mit dem tiefen Blick in den Achstrichter schaust, siehst du außen am Umfang des Blechteiles drei Laschen, die aus meiner bisherigen Sicht Anlagelaschen darstellen. Das hat mich zum Gedanken bewogen, dass dieses Blechteil von außen soweit in den Trichter geschoben wird, bis diese Laschen anliegen. Und dass dann auf der Gegenseite weitere Laschen umgebogen werden, um das Teil in Position zu halten. In diesem Blechteil sitzt dann, eingeschoben von der Achsmitte, der Simmering.

Maßlich kann ich dies morgen mal recht einfach an der Reste-Hinterachse festhalten, die ich mit abmontierten Vorgelegen daliegen habe. Dann haben wir auch einen Vergleich. Kann aus dieser Resteachse auch kurz nochmal das Differential herausnehmen, dann wird klar, wie es wirklich auf dieser Seite aussieht.

Wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
 
Hallo Winni,
ja , ich Teile Deine Ansicht bezüglich der drei laschen an der Front. Leider ist aber das Bild ja nur zweidimensional. Es läßt sich von mir am Bildschirm nicht abschätzen, wie tief jetzt diese "Reste" von dieser sichtbare Kante entfernt sind.
Mein Gedanke ist , dass diese Dichtung ja nur auf dem Funktionsbereich bei dem Doppelgelenk lauf en kann, also nur wenige Zentimeter hinter dem äußeren Ende des Achskörpers. Für mich aber erweckte sich aber der Eindruck, dass hier dies Reste weiter in das Rohr gerutscht sind.
In diesem Bereich ist leider Deine Achse wohl etwas anders als meine 404 Achse bzw die 411 alte Achse
 
Hallo Reiner
Reste eines Schutzrohres sind es nicht. Siehe markierte Teile 2 und 3 im Ersatzteilkatalog = Aufnahmering und Dichtring (Simmering)
 

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Hier nun des Rätsels Lösung zur tief in der Achse sitzenden Aufnahme plus Simmering. Im Folgebeitrag gehe ich noch auf Details ein. Die auf den Fotos zu sehenden Maße sind für die linke bzw. rechte Achseite. Jeweils gemessen von Flanschaußenkante der Achse bis Beginn der Aufnahme.

Wie vermutet wird also diese Aufnahme für den Simering von außen in die Achse geschoben, bis die drei Laschen anliegen. Auf der Gegenseite, wo das Differential sitzt, gibt es acht Blechlaschen. Vier davon werden nach außen gebogen und halten die Aufnahme im Gehäuse fest. Die anderen vier Laschen werden nach innen gebogen und sichern den Simmering in der Aufnahme. Somit gerät der Simmering also nie ins Differential.

Zum Tausch der Aufnahme und auch des Simmerings muss also das Differential gezogen werden. D.h. Achse demontieren, was auch auf mich zukommt.

Mehr dazu im Folgebeitrag.
 

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Interessant ist nun auch, gegen was der vorgenannte Simmering, Pos 3 auf Foto, dichtet. Hier gibt es Unterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse.

Bei der Hinterachse:
dichtet der Simmering gegen den entsprechenden Bund der Antriebswellen, Pos 106 und 107 auf Foto.

Bei der Vorderachse:
Sind diese Bunde an den Antriebswellen, Pos. 106 und 107 auf Foto, nicht vorhanden. Hier sitzt im Achsschenkel, Pos 143 auf Foto, die sogenannte "Buchse mit Rohr". Und der vorgenannte Simmerung dichtet zum Außendurchmesser dieses Rohres ab. Im Rohr selbst läuft nun jeweils die Antriebswelle, deren Außendurchmesser wird durch den in der Buchse sitzenden Simmering, Pos 146 auf Foto, abgedichtet. Das für die Schmierung dieses Simmerings, Pos 146, benötigte, wenige Öl läuft also durch das Rohr zu ihm.
Ist das Rohr, so wie in meinem Fall, von der Buchse abgebrochen, läuft das Öl anstelle zum Simmering direkt in den Achstrichter. Was bei seltener Ölstandkontrolle a ) durchaus zu einem zu geringen Ölstand im Differential und b) hin zum Achsschenkel und Vorgelege zu erhöhter Leckage führen kann.
 

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Hallo Schraubergemeinde, hallo Winni,
zu dem Thema -Instandsetzung der innenliegenden Wedis- habe ich einen Bericht verfasst, der im Unimog Veteranen Journal 1-2020 abgedruckt worden ist. Diese Arbeit ist alles andere als trivial, die Achse muss kpl. ausgebaut und "entleert" werden, damit man an diese Dichtringhalter kommt. Erschwerend hinzu kommt, dass die Halter aus "Dosenblech" gefertigt worden sind, also empfänglich sind für jegliche Verfomung. Der eingebaute Dichtringhalter sitzt auch äußerst stramm in seiner Bohrung, so dass er ganz vorsicht ausgedrückt werden muss. Ich habe dies unter einer Werkstattpresse gemacht. Erheblich schwieriger gestaltet sich der Einbau des neuen Wedis, hier habe ich einen ersten vergeblichen Versuch unternommen, den Dichtringhalter mit schon eingepresstem Wedi einzubauen. Das ist mir nicht gelungen. Man muss erst den Dichtringhalter einbauen und dann den Dichtring einpressen. Außerdem habe ich dabei festgestellt, dass Wedis der Bauform C am besten einzubauen sind. Das sind Wedis die einen metallischen Außenring und zusätzlich einen Deckel haben, also kastenförmig gebaut sind. Die sind leider nicht so einfach zu bekommen. Mit gummierten Wedis wird das ganze nichts, die sind dicker und drücken sich nicht in den Halter rein.
Dann wünsche ich viel Erfolg bei dieser Instandsetzung
Gruß aus Hamburg
Thomas
 
Hallo Thomas
Besten Dank für deine detallierte Schilderung und Erfahrungen. Die jeweilige Aufnahme für die Simmeringe plane ich auch im Gehäuse zu belassen, so behält sie am ehesten seine Form bei. Den Simmering selbst könnte man anstelle pressen evtl. auch von außen mittels einer Gewindestange in seine Position ziehen.
 
Heute zerlegte ich das Vorgelege vorne links, um es neu abzudichten und die Doppelgelenkwelle zu entnehmen.
Die beiden Kegelrollenlager und das Zahnrad müssen abgezogen werden, damit der im runden Flansch sitzende Simmering ersetzt werden kann.
Den Lagerbolzen der langen, eingelaufenen Welle möchte ich beim örtlichen Landmaschinenbetrieb auspressen lassen. Die zugehörigen Deckel und Lagernadeln habe ich schon entfernt.
Damit könnte ich die Welle als Einzelteil zum Flammspritzen und auf Durchmesser schleifen weg geben.
Das Doppelgelenk selber ist hinsichtlich des Spiels in den Lagerstellen deutlich besser als erwartet und läuft geschmeidig. Manche Lagerstellen sind spielfrei, andere mit leichtem Spiel behaftet. Muss mich noch entscheiden, wie ich damit umgehe. Lasse mir evtl. für beides mal ein Angebot geben.

Alternativ halte ich aber auch Ausschau nach gebrauchten, guten Doppelgelenkwellen oder einer Achse, um benötigte, gute Teile evtl. zu übernehmen.
 

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Hallo Winni
Flammspritzen ist als Lauffläche für die Wellendichtringe nicht so ideal, weil es immer feine Poren hat wo dann das Oel durchdrückt. Früher die einzige Lösung und deshalb oft praktiziert - aber heute wäre Laser-Auftragsschweissen die bessere Lösung. Dazu gibt es von den einschlägigen Händlern auch Angebote dazu.
Gruss Norbert
 
Guten Morgen Norbert
Vielen Dank für deinen Hinweis. Hier lernt man wirklich ständig etwas dazu.