Unimog 411 mit Krailing Rückeaggregat

Hallo zusammen,

Ich wünsche einen frohen 4. von 4 Adventssonntagen:

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Beim Reinigen der Bauteile der Seileinlaufrollen kam die mit Schlagzahlen markierte Reihenfolge der Achsen zum Vorschein. Schön, passend zu Weihnachten :lol:

Die gereinigten Führungsrollen:

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Hier sieht man gut an der anderen Grundfarbe, dass die Rollen schon mal aufgeschweißt wurden:

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Es ist noch die Trennfuge der Gussformen erkennbar, das ist sehr gut erhalten und verbleibt natürlich so:

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Auch an der hohen Luftansaugung bin ich weiter gekommen.
Im Gespräch mit Unimogfreunden war schnell klar, das Ansaugrohr war mal aus einem Stück:

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Erstmal die Bastelei angeschaut:

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Losgeschraubt und Schweißnaht (oder Klebnaht) abgesägt:

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Der Sammelflansch hatte eine Delle beim Vorbesitzer erhalten, diese galt es zu reduzieren:

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Man kommt von der Innenseite dran:

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Ein paar Schläge später mit dem Buchenholzdorn mit runder Kuppe:

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Die Regenkappe hats auch bös erwischt, das eingerissene Lochblech habe ich bereits rausgetrennt:

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Der Rest wird gespachtelt:

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Das Lochblech fertige ich neu an, original wars hart eingelötet. Dementsprechend rostig war die Innenseite. Ich werden wohl alles separat lackieren und das Lochblechgitter mit Karosseriekleber einkleben.

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Das gerade Rohrstück möchte ich ersetzen, da hier 40mm von der Länge fehlen und die Schraubenlöcher drin sind.
Wohl mittlerweile abstrakt ist hier das Abmaß von 56mm Außendurchmesser bei 1,5mm Wandstärke. Ich habe 55mm oder 57mm Auspuffrohr gefunden, beim Stahllieferenten beträgt die Abnahmemenge für das Abmaß1t :roll: :mrgreen:

Hat da jemand eine Idee?

Ansonsten fällt mir ein, ein dickwandiges Rohr mit 53mm Innendurchmesser auf die 56mm abzudrehen oder aus dem 57mm Rohr ein Schlitz längs auszufräsen und neu zusammenzuschweißen.
 
Hallo Florian, ich shaue morgen mal in meiner Kiste, ich habe auch schon mal so eine zusammengesetzt. Hast du mal das Rohr vom Luftfilter zur Ansaugbrücke gemessen?

Gruß
Markus
 
mhame schrieb:
Hallo Florian, ich shaue morgen mal in meiner Kiste, ich habe auh schon mal so eine Zusammengesetzt. Hast du mal das Rohr im Luftfilter gemessen?

Gruß
Markus

Hallo Markus,

danke vorab, welches Rohr meinst du denn? Das Ansaugrohr in der Kabine nach dem Luftfilter Richtung Ansaugkrümmer?
Da komme ich erst an Weihnachten wieder zum Mog.
 
Hallo Florian,

mit dem ganzen Rohr kann ih nicht dienen. Ich hätte noch einen Rest. Wenn du ein Stück dazwischen setzt, wird es gehen.

Liegt bei mir bereit. :D

Gruß
Markus
 

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Hallo zusammen,

dank dem passenden Rohrstück von Markus konnte ich die Luftansaugung weiter vervollständigen:
(Diesmal die Bilder als Zusammenstellung)

Rohrabschnitte mit dem Geradschleifer innen und außen blank schliffen:

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Das dünnwandige Rohr mit einem Rohrabschneider zu trennen ging in die Hose, das Rohr schnürte stark ein.
Drum musste die Puksäge aushelfen, danach habe ich die Sägeschnitte winklig gefräst.
Es passte schon erstaunlich gut mit entsprechender Verdrehung zueinander zusammen (die Rohre sind leicht unrund):

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Dann stumpf auf Stoß mit WIG verschweißt, anschließend den Überstand weggefeilt und verschliffen:

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Scheint grade geblieben zu sein:

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kinzigsegler schrieb:
Hallo Florian,

hast Du die Schweißnähte auch innen nach geschliffen. Für die Ansaugung ist ja das gute Innere wichtiger als die schöne Außenseite.

Hallo Jürgen,

natürlich habe ich die mir den Durchbrand angeschaut:

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Wie du siehst, hat der Rost im bisherigen Rohr bereits eine strömungsoptimierte Golfballoberfläche geschaffen, die Luftmoleküle müssen nun an der Schweißnaht kurz drüber holpern oder ausweichen, da ich auch mit dem Geradschleifer nun nicht mehr hineinkomme.
Bereits an den Dellen müssen sie etwas zusammenrücken.
Kurzum, da mache ich mir weniger Sorgen, die Renneigenschaften sind bereits durch die angebauten Mercedeswinden reduziert.
Mehr Ideen suche ich, wie ich das Rohr innen lackiere, dass es nicht weiter rostet.
(Jetzt fällt mir auf, den Rohrabschnitt von Markus habe ich nicht geschliffen, ist aber zumindest gestrahlt gewesen, innen wie außen.)

:danke auch noch an die restlichen Mutmacher, das ermuntert einem, weiter Berichte zu schreiben :spitze

Mit den Führungsrollen bin ich bei der Materialfrage hängen geblieben, da je nach Gussausführung bekanntermaßen ein unterschiedlicher Kohlenstoffanteil vorherrscht und demnach die entsprechende Elektrode lt. Oerlikon gewählt wird:

- Grauguss - Reinnickelelektroden (Ni)
- Temperguss - Nickel-Eisen-Elektroden (NiFe)
- Stahlguss - Wohl normale Stahlelektroden möglich

Nun ist die Frage, aus welchem Gussmaterial die Rollen sein könnten.
Herausgefunden habe ich, dass wohl die Mercedes Frontwindenanbauböcke vom gleichen Hersteller zu sein scheinen, es findet sich das Logo wie hier angedeutet <(K)> (K im Kreis) in den Anbauböcken und auch ursprünglich in den Rollen (die Buchstaben NKR plus 3-stellige Nummer ist noch geschrieben)

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Ob die Teile aus der gleichen Schmelze stammen, kann ich nicht nachvollziehen. Da die Anbauböcke mit einer hohen dynamischen Last beansprucht werden, gehe ich hier von Stahlguss aus.
Lässt sich sowas über eine Funkenprobe oder Schweißprobe ermitteln?
Oder funktionieren z.b die NiFe-Elektroden z.b. immer? Kennt sich jemand aus?
 
Hallo Florian,

ja, mit einer Spektralanalyse kann man den Kohlenstoffgehalt bestimmen. Ich denke mit den FeNi elektroden machst du nichts falsch. Das wird oft genutz, wenn man sich nicht ganz im klaren ist, was vor Jahrzehnten da gekocht wurde. Bei alten Schmelzen kann es auch vorkommen, dass es keinen optimalen Zusatzwerkstoff mehr gibt, da muß man auch einen Kompromiss machen.

Gruß
Markus
 
Hallo Florian,

wie immer super Arbeit und top Berichte/Bilder :spitze .

Zu dem Thema Guss-schweißen kann ich die Elektroden " CARBO NiFe 60/40" aus praktischer Erfahrung empfehlen bei Grau/Stahlguss. So wie Markus schon geschrieben hat, wurde vor dem Schweißen eine Spektralanalyse vom jeweiligen Bauteil durchgeführt, Firma ZEROS aus Berlin hat das gemacht für uns. Nachteil ist aber, die brauchen eine kleine Materialprobe, ein zerstörendes Verfahren halt. Ist auch immer ein wenig probieren und versuchen angesagt bei den alten Zeug. Aber du wirst schon eine gute Lösung finden.


MfG. Christoph (dohnti)
 
Hallo
Mehr Ideen suche ich, wie ich das Rohr innen lackiere, dass es nicht weiter rostet.
ein Behandlung mit Phosphorsäure entfernt den letzten Rost und schaft due die Phospatierung einen Korossionsschutz.
Danach etwas Farbe verdünnen und innen in alle Richtungen ausschwenken und den Rest wieder austropfen lassen.
- Grauguss - Reinnickelelektroden (Ni)
- Temperguss - Nickel-Eisen-Elektroden (NiFe)
- Stahlguss - Wohl normale Stahlelektroden möglich
Bei deiner Materialauflistung hast du GGG vergessen. Der wurde z.B. auch für die Anbaubeschläge verwendet, Grau- und Temperguss würde ich eher ausschließen.
 
Hallo zusammen,

vielen Dank an Euch Markus und Christoph für die fachkundigen Aussagen, damit kann ich was anfangen! :party

Helmut-Schmitz schrieb:
Hallo
Mehr Ideen suche ich, wie ich das Rohr innen lackiere, dass es nicht weiter rostet.
ein Behandlung mit Phosphorsäure entfernt den letzten Rost und schaft due die Phospatierung einen Korossionsschutz.
Danach etwas Farbe verdünnen und innen in alle Richtungen ausschwenken und den Rest wieder austropfen lassen.
- Grauguss - Reinnickelelektroden (Ni)
- Temperguss - Nickel-Eisen-Elektroden (NiFe)
- Stahlguss - Wohl normale Stahlelektroden möglich
Bei deiner Materialauflistung hast du GGG vergessen. Der wurde z.B. auch für die Anbaubeschläge verwendet, Grau- und Temperguss würde ich eher ausschließen.

Auch Dir Helmut vielen Dank, ja, manchmal denke ich zu kompliziert, wollte schon eine Hohlraumsonde verwenden.
Phosphorsäure hab ich auch noch wo stehen.
Das Ausschwenken mache ich auch bei der Ölung meiner Didgeridoos (die australischen von Termiten ausgehöhlten Baumstämme)

Mit der Info zum Kugelgraphitguss komme ich auch weiter :party
 
Hallo zusammen,

Anbei mal wieder ein aktueller Bericht:

Entsprechende Gusselektroden habe ich bekommen:

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Weiterhin ein Satz org. Aufnahmebolzen von der bodenkonstanten Ackerschiene bzw. dann für die Bergstütze:

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Vielleicht hat es der ein oder andere gesehen, in der aktuellen "Oldtimer Traktor"-Zeitschrift 05/2021 gibt es einen Bericht über die Langholzrückung und - transport mit den frühen Unimog, also Boehringer/2010/401/411, u. a. mit meiner Beteiligung.

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Hier noch eine Möglichkeit, das Virus an die nächste Generation zu übertragen (Nicht das Nervige mit dem Biernamen):

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Weitergekommen bin ich noch etwas an der hohen Luftansaugung:

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Aus einer Multiplexplatte habe ich eine Biegeform mit den entsprechenden Maßen gefertigt. Neudeutsch aber ein klassischer Fail, da ich den Enddurchmesser falsch gewählt habe. (Wer viel misst, misst Mist).
Da meine Drehmaschine nicht greifbar hier im Keller steht, musste die Fräsmaschine die Scheibe kleiner modellieren:

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Nochmal nachgedengelt:

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Zu guter Letzt noch den Rand auf eine gleichmäßige Höhe angerissen und abgeschnitten:

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Das Lochblech wird dann später mit Karosseriekleber eingesetzt:

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: trink2
 
Hallo zusammen,

Anbei mal wieder ein kurzer Bericht:

Damals ist mir das abgenutzte Sperrengestänge an der VA aufgefallen.
Inzwischen habe ich dieses aus einem 6er Rundstahl nachgebogen, Gewinde drauf geschnitten, die Sperrenbetätigung neu eingestellt, lackiert und montiert.

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Weiterhin habe ich die Schalthebelmanschette eingebaut:

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Ebenso zur vollständigen Überholung der Bremsanlage den neuen Hauptbremszylinder verbaut und das Betätigungsspiel am Gestänge/Pedal neu eingestellt:

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Danach die Bremsbacken an den Exzentern eingestellt, das System mit Bremsflüssigkeit befüllt, entlüftet und die Handbremse passend dazu eingestellt.
Die original verbaute Einleiteranhängerbremsanlage ist hydraulisch nicht mehr eingebunden und dadurch aktuell außer Betrieb.

Nächster Schritt: die immer noch fehlenden Frontkotflügel montiert, durch die Anpassung vor der Lackierung klappte die Montage problemlos.
Vorher noch die Blechfalze, auch FHS-seitig und Drahteinlage am Kotflügel mit Hohlraumwachs einbalsamiert.
Farbton und Glanzgrad passt gut zur FHS-seitigen Altlackierung.

Und dann zu guter Letzt eine erfolgreiche Probefahrt, nach über einem Jahr Standzeit. Ungewohnt, man muss sich erstmal wieder einander gewöhnen, da man Bremse und Beschleunigung vom PKW gewohnt ist. Die Standplatten haben ein paar Kilometer benötigt, bis sie weggewalkt waren.
Letztendlich hat aber alles funktioniert und war dicht.
Bei der Temperaturkontrolle der Radnaben gab es auch keine Beanstandung.
Als nächstes steht die HU an.
 
Hallo zusammen,

Ich möchte mal ein Update nach 2,5 Jahren geben.

:!: Aktuell steht in den Kleinanzeigen solch ein Komplettfahrzeug zum Kauf, das ist jedoch bei dem aufgerufenen Preis keine Alternative. :!:

(Ich hatte mal in der Coronahochzeit mit dem Besitzer Kontakt gehabt, jetzt ging das Fahrzeug an einen Händler)

Das Projekt ging in kleinen Schritten im Verborgenen weiter. Zwei HUs wurden in dem Zeitraum ohne Beanstandung durchgeführt.

Da wohl mit der neuen Software nur noch 3 Bilder einzustellen sind, habe ich die Bilder mal wie folgt zusammengestellt:

Umbau der NoName Zusatzscheinwerfer auf Bosch-Scheinwerfer, weiterhin habe ich ein originales 3-Wege-Thermostatgehäuse erwerben können:
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Auf dem Teilemarkt in Kuppenheim bin ich an originale runde (402er) Kotflügel inkl. Rahmenrohrhalterungen in brauchbarem Zustand gekommen. Eine Durchrostungen und eine gelöste Rohrhalterung gilt es zu reparieren. Gut zu erkennen ist der mehrteilige Aufbau.
Im Vergleich dazu die gut passenden englischen Nachfertigungen, welche mittlerweile einen neuen Besitzer haben.

IMG_20231228_223300.jpg

Dann erfolgte der Kauf der Gloggerwinde No. 4 aufgrund der zu 98% richtigen Windenhalterungen. Ebenso sind die Seileinlaufrollen in einem besseren Zustand als die vorhandenen.
Da drüber hinaus konnte ich nochmal die zu 100% korrekten Windenhalterungen mit Fußstütze und Lasche für den Druckregler plus Abdeckbleche und immerhin eine Steckrolle erhalten. Das letzte Bild zeigt die gereinigten Rollenlager aus den Seilwalzen:

IMG_20231228_230053.jpg

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